statify WordPress Plugin

WordPress-Analytics ohne Tracking-Cookie – Statify im Fokus

Mit der kommenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der E-Privacy-Verordnung wird der WordPress-Community ordentlich der Status-Quo verrüttelt. Die zahlreichen Plugins, die es für WordPress gibt und WordPress selbst sind noch nicht für diesen Schritt vorbereitet. Bei den meisten WordPress-Website Betreibern herrscht große Ungewissheit. Was muss genau gemacht werden? Ist meine Seite auch betroffen?

Als Blogger, Autor und Online-Marketing-Spezialist begleite ich viele Unternehmen dabei ein System für die langfristige Online-Kundenakquise aufzubauen. Auf meinem Blog veröffentliche ich selbst regelmäßig Gedanken zum Thema WordPress, Online-Marketing und Technik.

Eines der häufigsten Probleme, die ich während meiner Arbeit erlebe, ist die Einbindung von Google Analytics. Das Tracking-Tool des Internetriesen ist Marktführer und dementsprechend auch auf vielen WordPress-Websites installiert. Doch dadurch, dass bei der Übermittlung der Analyse-Daten an Google auch personenbezogene Daten übertragen werden, ist der Einsatz von Google Analytics ohne vorherige Einwilligung des Nutzers problematisch.

Soweit ich die Anforderungen der kommenden Datenschutzänderungen verstanden habe, müsste man folgende Schritte gehen, bevor man Google Analytics nutzen darf:

  1. Auftragsdatenverarbeitungs-Vertrag mit Google abschließen.
  2. Nutzer beim Betreten der Seite um Erlaubnis für das Tracking fragen.
  3. Bei Zustimmung Tracking-Code mit aktivierter IP-Anonymisierung laden und bei Ablehnung Tracking-Code nicht laden.
  4. Hinweis in der Datenschutzerklärung einfügen.
  5. Tracking Opt-Out-Möglichkeit bereitstellen.

Google selbst bietet hier eine umständliche Lösung an und auch viele WordPress-Nutzer stehen auf dem Schlauch.

Also was tun? Auf die Analysedaten komplett verzichten? Für die meisten keine Option, denn sie sind ein wichtiger Faktor für Entscheidungen, die im Unternehmen getroffen werden.

Mit Plugins wie Borlabs-Cookie lassen sich Tracking-Codes wie der von Google Analytics in der oben beschriebenen Funktionsweise einbetten. Doch ist das unendliche Erfassen von Besucherdaten wirklich die richtige Lösung?

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Darf ich vorstellen? Statify – WordPress-Analytics ohne Tracking-Cookie

Mir war das alles zu viel Durcheinander und ich wollte die Besucher meiner Website auch nicht mit einem dicken Banner mit der Aufschrift „Hallo ich nutze Google Analytics, um herauszufinden, was du so auf meiner Website treibst. Einmal bitte zustimmen. Danke!“ begrüßen. Ohnehin schaute ich mir bei Google Analytics fast immer nur die Statistik zu den meistbesuchten Seiten an. Dass die meisten Nutzer mit einem Smartphone meine Website besuchen weiß ich auch so.

Ich habe dann nach etwas Recherche ein Plugin gefunden, das eine einfache und elegante Lösung darstellte. Sergej Müller liefert mit seinem Plugin Statify genau das, was ich brauchte, um dem Dschungel aus Unklarheiten ein Ende zu bereiten.

Nach der Installation des Plugins, findet man im WordPress-Dashboard ein weiteres Widget, dass von nun an drei Informationen darstellt:

  1. Traffic-Quellen
  2. Bestenliste der Beiträge und Seiten
  3. Grafik der letzten X Tage

Für mich völlig ausreichend, denn ich will eigentlich nur wissen, welche Seiten meiner Website am meisten geklickt wurden.

Wer möchte, der kann noch weitere Einstellungen vornehmen. So lässt sich der Zeitraum der Aufbewahrung der Daten begrenzen, die Bestenliste „Top-Seiten“ nur auf den aktuellen Tag beschränken oder die Anzahl der Einträge in der Bestenliste ändern. Und viel mehr braucht es auch nicht.

Statify Dashboard

Ich finde für jeden, der wirklich nur wissen will, wann lief welcher Artikel bzw. welche Seite meiner Website gut, der ist mit Statify bedient.

Aber was ist mit Datenschutz?

Gute Frage! Da Statify ja offensichtlich Daten anzeigt, sollte man sich kurz fragen, wo überhaupt die Daten herkommen und ob personenbezogene Daten Teil der Sammlung sind.

Auf der Plugin-Seite im WordPress-Plugin-Repo, findet man eine ausführliche Erklärung darüber, wie Statify die Daten erhebt.

Dort kann man lesen, dass Statify es nicht nur mit der Anzeige der Daten minimalistisch hält, sondern auch bei der Erhebung und Speicherung von Daten dem Minimalismus treu bleibt.

„Im direkten Vergleich mit Statistikdiensten wie Google Analytics, WordPress.com Stats und Piwik verarbeitet und speichert Statify keine personenbezogenen Daten wie IP-Adressen – Statify zählt Aufrufe, keine Besucher.

Völlige Datenschutzkonformität gepaart mit transparenten Prozeduren: Eine in der lokalen WordPress-Installation angelegte Datenbank-Tabelle besteht aus nur 4 Feldern (ID, Datum, Herkunft, Ziel) und kann jederzeit durch den Administrator angezeigt, aufgeräumt und geleert werden.“

Perfekt! Kein Stress bzgl. Datenschutz und trotzdem die Möglichkeit die Popularität verschiedener Seiten zu überwachen.

Statify Bonus Plugins

Neben Statify gibt es noch zwei weitere Plugins, die im Einsatz mit Statify nützlich sein könnten.

Zum einen das Plugin Statify Widget von Finn Dohrn, das es einem ermöglicht ein Widget in der WordPress-Sidebar zu hinterlegen, das anhand der von Statify gesammelten Daten die beliebtesten Artikel anzeigt sowie das Plugin Statify Blacklist, welches Statify, um die Funktion eines Filters erweitert.

Statify Bonus Plugins

Wer z.B. eine Menge SPAM-Aufrufe bekommt, der kann ohne dieses Plugin keine genaue Statistik ermitteln. Statify Blacklist ermöglicht es uns bestimmte IP-Adressen, Domains und Seiten aus den Statify-Ergebnissen herauszufiltern.

Ich finde, dass Statify für die meisten WordPress-User durchaus eine gute Alternative zu Google Analytics oder Matomo (Piwik) darstellt. Ohnehin habe ich den Eindruck, dass die wenigsten Nutzer, die Statistiken aus Google Analytics wirklich verstehen und interpretieren können. Natürlich ist Statify kein vollständiger Ersatz, aber dennoch eine mögliche Lösung. Speziell unerfahrene Website-Betreiber sind meist schon mit einer einfachen Besucherstatistik zufrieden.

In Zusammenarbeit mit den zwei anderen Plugins Statify Widget und Statify Blacklist, ist Statify in meinen Augen ein tolles Projekt, dass viel mehr WordPress-Nutzer kennen sollten.

Die daten-arme Funktionsweise des Plugins begünstigt natürlich den Einsatz in Deutschland.

Ich lade dich ein, Statify einfach mal testweise auf deiner WordPress-Website zu installieren. Vielleicht reicht dir ja schon eine minimalistische Besucherstatistik im WordPress-Dashboard anstatt die ausführliche Analyse durch Google.

14 thoughts on “WordPress-Analytics ohne Tracking-Cookie – Statify im Fokus

  1. Hallo, ich habe mich auch von Google verabschiedet. Durch Zufall kam ich zu https://www.stetic.com/de/analyse/
    Ein Deutsches Unternehmen welches für mich die Thematik Datenschutz locker löst und keine Risiken offen lässt. Die Auswertungen finde ich deutlich besser als von Google Analytics. OK jetzt der Hacken, es kostet Geld. Ich bezahle gerne für diesen guten Service und habe jeden Morgen in der Mail den gestrigen Tag mit einer kurzen Analyse, bzw. am Wochenende die Wochenanalyse. Zudem auf dem Dashbord wirklich viele Variationen … Es gibt den kostenlosen Probelauf.

  2. Hallo,

    Danke für deinen Beitrag.
    Leider finde ich es schon sehr wichtig, zu wissen ob jemand Mobile oder mit dem Desktop auf meine Seite kommt. Allein um den Content besser anzupassen. Gäbe es dafür eine Lösung? Vielleicht auch im Zusammenhang mit Statify?

    Liebe Grüße

  3. Ist es eigentlich ein Märchen, dass es für das Ranking bei Google gut ist, wenn man google analytics auf seiner Website einbettet? Habt ihr dazu eine qualifizierte Meinung? Gibt es tests? Artikel dazu?

    Vielen Dank für die guten Infos auf Eurer Seite!

  4. Ist es eigentlich ein Märchen, dass es für das Ranking bei Google gut ist, wenn man google analytics auf seiner Website nutz? Habt ihr dazu eine qualifizierte Meinung? Gibt es tests? Artikel dazu?

    Vielen Dank für die guten Infos auf Eurer Seite!

  5. Also so wie ich das gelesen und verstanden habe, ist Google Analytics schon erlaubt, sobald man die IP Adressen anonymisiert. Ich werde Analytics erstmal lassen und sehen wie sich das entwickelt.

    Für kleinere Seiten ist es bestimmt sinnvoll Analytics zu entfernen und Statify zu verwenden, aber wenn man damit sein Geld verdient braucht man auf jeden Fall aussagekräftige Zahlen.

  6. Danke für den Beitrag, so etwas wie Statify habe ich gesucht, weil ich auch Analytics abgeschaltet habe. Ich nutzte auch nur die meistbesuchten Seiten bei Analytics und deshalb habe ich den Datensauger auch rausgeworfen. Wenn wenigstens die Suchbegriffe noch in Analytics angezeigt würden, aber dafür werde ich die Search Console nutzen, die ja wohl keine Datenschutzprobleme mit sich bringt.
    Was mich in Deinem Beitrag hellhörig gemacht hat, ist diese Blacklist. Ist denn die Statify-Blacklist datenschutzkonform, denn irgendwoher müssen die gesperrten IPs ja kommen, oder stehe ich auf dem Schlauch…?

  7. Hallo Denis,
    meine Frau und ich bloggen ein wenig privates. Habe ich Dich richtig verstanden, dass wenn ich statify installiere, die ganzen Jetpack-Geschichten entfernen kann? Mir ist nämlich nicht ganz klar, wo diese Datenlecks primär herkommen. Wir haben nur das „Theme“ und die automatischen Plug-Ins installiert (ich glaube 2 sind es). Kann ich dann diese beiten entfernen..?!

    Besten Gruß

    1. So aus der Ferne kann man das schlecht sagen. Wenn ihr Jetpacks Funktionen nicht braucht, dann könnt ihr das Plugin löschen.

      An eurer Stelle würde ich einfach mal alles deaktivieren und dann sehen was ihr wirklich vermisst. Dann könnt ihr nach und nach alles wieder aktivieren was ihr wirklich braucht.

      Statify ist auf jeden Fall ein Ersatz für die Jetpack Statistik, wenn man mit den wenigen Daten leben kann…

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