statify WordPress Plugin

WordPress-Analytics ohne Tracking-Cookie – Statify im Fokus

Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der kommenden E-Privacy-Verordnung wird der WordPress-Community ordentlich der Status-Quo verrüttelt. Viele der zahlreichen Plugins, die es für WordPress gibt, und teils WordPress selbst sind noch nicht für diesen Schritt vorbereitet. Bei den meisten Betreibern von WP-Webseiten herrscht große Ungewissheit. Was muss genau gemacht werden? Ist meine Seite auch betroffen?

Aktualisiert am 27.09.2018

Als Blogger, Autor und Online-Marketing-Spezialist begleite ich viele Unternehmen dabei, ein System für die langfristige Online-Kundenakquise aufzubauen. Auf meinem Blog veröffentliche ich selbst regelmäßig Gedanken zum Thema WordPress, Online-Marketing und Technik.

Eines der häufigsten Probleme, die ich während meiner Arbeit erlebe, ist die Einbindung von Google Analytics. Das Tracking-Tool des Internetriesen ist Marktführer und dementsprechend auch auf vielen WordPress-Websites installiert. Doch dadurch, dass bei der Übermittlung der Analyse-Daten an Google auch personenbezogene Daten übertragen werden, ist der Einsatz von Google Analytics ohne vorherige Einwilligung des Nutzers problematisch.

Soweit ich die Anforderungen der kommenden Datenschutzänderungen verstanden habe, müsste man folgende Schritte gehen, bevor man Google Analytics nutzen darf:

  1. Auftragsdatenverarbeitungs-Vertrag mit Google abschließen.
  2. Nutzer beim Betreten der Seite um Erlaubnis für das Tracking fragen.
  3. Bei Zustimmung Tracking-Code mit aktivierter IP-Anonymisierung laden und bei Ablehnung Tracking-Code nicht laden.
  4. Hinweis in der Datenschutzerklärung einfügen.
  5. Tracking Opt-Out-Möglichkeit bereitstellen.

Google selbst bietet hier eine umständliche Lösung an und auch viele WordPress-Nutzer stehen auf dem Schlauch.

Also was tun? Auf die Analysedaten komplett verzichten? Für die meisten keine Option, denn sie sind ein wichtiger Faktor für Entscheidungen, die im Unternehmen getroffen werden.

Mit Plugins wie Borlabs-Cookie lassen sich Tracking-Codes wie der von Google Analytics in der oben beschriebenen Funktionsweise einbetten. Doch ist das unendliche Erfassen von Besucherdaten wirklich die richtige Lösung?

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Darf ich vorstellen? Statify – WordPress-Analytics ohne Tracking-Cookie

Mir war das alles zu viel Durcheinander und ich wollte die Besucher meiner Website auch nicht mit einem dicken Banner mit der Aufschrift „Hallo ich nutze Google Analytics, um herauszufinden, was du so auf meiner Website treibst. Einmal bitte zustimmen, danke!“ begrüßen. Ohnehin schaute ich mir bei Google Analytics fast immer nur die Statistik zu den meistbesuchten Seiten an. Dass die meisten Nutzer mit einem Smartphone meine Website besuchen weiß ich auch so.

Nach etwas Recherche habe ich dann ein Plugin gefunden, das eine einfache und elegante Lösung darstellt und genau das bietet, was ich brauchte, um dem Dschungel aus Unklarheiten ein Ende zu bereiten: Statify. Bei Statify handelt es sich um ein WordPress-Plugin des sogenannten Pluginkollektivs – einer Gruppe von Freiwilligen, die mehrere Plugins, welche ursprünglich von Sergej Müller entwickelt wurden, pflegen und weiterentwickeln.

Nach der Installation des Plugins, findet man im WordPress-Dashboard ein weiteres Widget, dass von nun an drei Informationen darstellt:

  1. Traffic-Quellen
  2. Bestenliste der Beiträge und Seiten
  3. Grafik der letzten X Tage

Für mich völlig ausreichend, denn ich will eigentlich nur wissen, welche Seiten meiner Website am meisten geklickt wurden.

Wer möchte, der kann noch weitere Einstellungen vornehmen. So lässt sich der Zeitraum der Aufbewahrung der Daten begrenzen, die Bestenliste „Top-Seiten“ nur auf den aktuellen Tag beschränken oder die Anzahl der Einträge in der Bestenliste ändern. Und viel mehr braucht es auch nicht.

Statify Dashboard

Ich finde für jeden, der wirklich nur wissen will, wann lief welcher Artikel bzw. welche Seite meiner Website gut, der ist mit Statify bedient.

Aber was ist mit Datenschutz?

Gute Frage! Da Statify ja offensichtlich Daten anzeigt, sollte man sich kurz fragen, wo überhaupt die Daten herkommen und ob personenbezogene Daten Teil der Sammlung sind.

Auf der Plugin-Seite im WordPress-Plugin-Repo findet man eine ausführliche Erklärung darüber, wie Statify die Daten erhebt.

Dort kann man lesen, dass Statify es nicht nur mit der Anzeige der Daten minimalistisch hält, sondern auch bei der Erhebung und Speicherung von Daten dem Minimalismus treu bleibt.

„Im direkten Vergleich mit Statistikdiensten wie Google Analytics, WordPress.com Stats und Piwik verarbeitet und speichert Statify keine personenbezogenen Daten wie IP-Adressen – Statify zählt Aufrufe, keine Besucher.

Völlige Datenschutzkonformität gepaart mit transparenten Prozeduren: Eine in der lokalen WordPress-Installation angelegte Datenbank-Tabelle besteht aus nur 4 Feldern (ID, Datum, Herkunft, Ziel) und kann jederzeit durch den Administrator angezeigt, aufgeräumt und geleert werden.“

Perfekt! Kein Stress bezüglich Datenschutz und trotzdem die Möglichkeit, die Popularität verschiedener Seiten zu überwachen.

Statify Bonus Plugins

Neben Statify gibt es noch zwei weitere Plugins, die im Einsatz mit Statify nützlich sein könnten.

Zum einen das Plugin Statify Widget von Finn Dohrn. Dieses ermöglicht es dir, ein Widget in der WordPress-Sidebar zu hinterlegen, das anhand der von Statify gesammelten Daten die beliebtesten Artikel anzeigt. Zum anderen das Plugin Statify Blacklist, welches Statify um die Funktion eines Filters erweitert.

Statify Bonus Plugins

Wer zum Beispiel eine Menge SPAM-Aufrufe bekommt, der kann ohne dieses Plugin keine genaue Statistik ermitteln. Statify Blacklist ermöglicht es uns, bestimmte IP-Adressen, Domains und Seiten aus den Statify-Ergebnissen herauszufiltern.

Ich finde, dass Statify für die meisten WordPress-User durchaus eine gute Alternative zu Google Analytics oder Matomo (Piwik) darstellt. Ohnehin habe ich den Eindruck, dass die wenigsten Nutzer die Statistiken aus Google Analytics wirklich verstehen und interpretieren können. Natürlich ist Statify kein vollständiger Ersatz, aber dennoch eine mögliche Lösung. Speziell unerfahrene Website-Betreiber sind meist schon mit einer einfachen Besucherstatistik zufrieden.

In Zusammenarbeit mit den zwei anderen Plugins Statify Widget und Statify Blacklist, ist Statify in meinen Augen ein tolles Projekt, dass viel mehr WordPress-Nutzer kennen sollten.

Die datenarme Funktionsweise des Plugins begünstigt natürlich den Einsatz in Deutschland.

Ich lade dich ein, Statify einfach mal testweise auf deiner WordPress-Website zu installieren. Vielleicht reicht dir ja schon eine minimalistische Besucherstatistik im WordPress-Dashboard an Stelle der ausführlichen Analyse durch Google.

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