SEO Audit

In 8 Schritten zum SEO-Audit – Anleitung für Webseiten und Agenturen

Als Suchmaschinenoptimierer führe ich regelmäßig SEO-Audits für die unterschiedlichsten Kunden durch. In diesem Beitrag zeige ich dir: Was ist ein SEO-Audit? Wieso ist er für die Suchmaschinenoptimierung so wichtig? Und wie kannst du den Audit selbst durchführen? Eine Komplettanleitung für deine eigene Webseite sowie für Freelancer und Agenturen.

Was ist eigentlich ein SEO-Audit?

Ein SEO-Audit ist der ultimative Test deiner Webseite, um den aktuellen Grad der Suchmaschinenoptimierung und der technischen Optimierung einschätzen zu können. Grob gesagt werden alle OnPage– und OffPage-Faktoren deines Internetauftritts oder deines Onlineshops geprüft, bis ins kleinste Detail.

Genauer betrachtet bewertet ein SEO-Experte anhand von Checklisten, Online-Tools und seiner eigenen Erfahrung die technische Infrastruktur und die Performance. Aber auch die Inhalte und Backlinks der Seite. Ich zeige dir, wie du den Audit selbst erstellst.

In der Regel wird daraus ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. In diesem sind alle Schwächen und potenziellen Chancen einer Webseite aufgelistet. Kurz: Ein SEO-Audit ist die Grundlage für deine Strategie der nächsten Monate.

Was ist das Ziel des SEO-Audit?

Im Vordergrund steht die Bewertung der Suchmaschinenfreundlichkeit einer Webseite. Aus den Ergebnissen wird am Ende ein Maßnahmenkatalog erstellt. Meistens verfolgen Webseitenbesitzer oder die Kunden deiner Agentur mit dieser Dienstleistung folgende Ziele:

  • Bewertung der Webseite auf aktuelle SEO-Trends, Traffic etc.
  • Überprüfung der Erfolge einer aktuellen SEO-Agentur durch einen Dritten
  • Steigerung der Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen

Aber auch für Agenturen sind SEO-Audits eine Chance, um

  • Das Dienstleistungsportfolio zu erweitern
  • Die Kunden von technischen und inhaltlichen Maßnahmen zu überzeugen
  • Potenzielle Kunden über den Zustand ihrer Webseite zu informieren

Der größte Vorteil eines SEO-Audits ist es, dass die Handlungsempfehlungen sowohl von der SEO-Agentur als auch durch den Kunden oder durch dich selbst umgesetzt werden können.

Warum sind SEO-Audits so teuer?

Das Problem eines SEO-Audits liegt in der Suchmaschinenoptimierung selbst. Denn es gibt dutzende Regeln und Optimierungsmöglichkeiten, auf die jede URL der Webseite analysiert werden muss. Zusätzlich musst du die Inhalte oder gar tausende Backlinks jeweils einzeln auf ihre Qualität untersuchen.

Dieser ganze Prozess ist zeitaufwendig. In der Regel dauert ein SEO-Audit mehrere Stunden, Tage oder gar Wochen. Je größer die Webseite, desto mehr Zeit benötigt die vollständige Analyse. Zusätzlich zum Stundenlohn der Experten wird eine SEO-Agentur mehrere Tools einsetzen und deren Nutzung in Rechnung stellen. Und diese Werkzeuge sind meist nicht günstig.

Free Dev Programm RAIDBOXES

All diese Faktoren führen dazu, dass ein SEO-Audit zu einem sehr sinnvollen, aber teuren Unterfangen werden kann.

Den SEO-Audit selber durchführen

Als ich von RAIDBOXES nach einem Artikel zu diesem Thema gefragt wurde, habe ich sehr lange überlegt: Wie kann man dieses sehr umfangreiche Thema so zusammenfassen, dass jeder und jede in der Lage ist, einen SEO-Audit selber durchzuführen? Denn kein Werkzeug kann einen Experten ersetzen, welcher sich regelmäßig mit der Materie auseinandersetzt. Regelmäßigkeit ist das Stichwort. Es kommen stets neue Funktionen in der Suchmaschinenoptimierung hinzu, obwohl die grundlegenden Spielregeln seit Jahren gleich geblieben sind.

Es gibt Tausende Änderungen am Suchalgorithmus jährlich, die immer wieder in regelmäßigen Abständen an kleinen Stellschrauben drehen. Und die Konkurrenz schläft nicht. Informationen, Tricks und Tipps sind nach Monaten schon nicht mehr aktuell. Oder sie werden durch etliche Mitbewerber kopiert. Damit du erfolgreich einen SEO-Audit durchführen kannst solltest du:

  • Dich fortlaufend mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung auseinandersetzen
  • Über aktuelle Änderungen und Trends informiert sein
  • Ein breites Wissen über die Optimierung seiner Webseite haben

Siehe beispielsweise den Beitrag zum SEO-Guide 2019. In der nachfolgenden Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du kritische Fehler deiner Webseiten selbst entdeckst. Und wie du sie beheben kannst.

Diese Tools benötigst du

Damit ein SEO-Audit ganzheitlich ist, solltest du darauf achten, Zugriff auf die wichtigsten Analyse-Werkzeuge und -Dienste zu haben. Dazu zählen Google Analytics, die Search Console sowie der Zugang zum Eintrag von Google My Business.

Ein SEO-Audit ist ein zeitintensives Unterfangen. Damit du die aufgewendete Zeit so gering wie möglich halten kannst, ist es empfehlenswert, Profi-Tools bei der Analyse der Webseite zu verwenden.

SEO Audit
SEO-Tools zeigen schonungslos den Stand deiner Webseite

Professionelle SEO-Audit Tools sind zum Beispiel:

Der Screaming Frog Spider ist ein großartiges Werkzeug zur Analyse eurer URLs. Allerdings richtet sich das Tool größtenteils an fortgeschrittene Nutzer. Im Gegensatz zu den Online-Tools macht Screaming Frog euren PC zum eigenen Crawler. Bis zu 500 gecrawlte URLs ist das Programm kostenlos. Das reicht gerade so für kleine Webseiten.

ScreamingFrog Spider
Der Crawler bzw. Spider von Screaming Frog

Weitere nützliche (kostenlose) Tools:

Neil Patels Seiten-Audit ist zwar kostenlos. Er liegt jedoch hinter den kostenpflichtigen Werkzeugen noch Meilen zurück. Die bisher gelieferten Ratschläge sind mitunter aber sehr gut. Das Tool wird stetig weiterentwickelt und hat den letzten Monaten große Sprünge gemacht.

NeilPatel Audit
Der Seiten-Audit von Neil Patel

Schritt #1: Prüfen, dass nur die SSL-Version deiner Webseite erreichbar ist

Bevor wir ein Seo-Audit Tool unsere Webseite prüfen lassen, müssen wir sicherstellen, dass nur eine Version davon erreicht werden kann. Es gibt 4 verschiedene URL-Varianten mit denen Nutzer eine Webseite aufrufen können:

  • http://musterseite.de
  • http://www.musterseite.de
  • https://musterseite.de
  • https://www.musterseite.de

Rufe die Eingabemaske deines Internetbrowsers auf und tippe je eine Version deiner Webseite ein. Im Optimalfall sollten dich alle Versionen auf eine einzige Version weiterleiten:

https Weiterleitung

https weiterleitung

Wenn dies nicht der Fall ist, oder wenn du die Warnmeldung „Nicht sicher“ im Browser erhältst, dann solltest du deinen Webhoster kontaktieren. Damit er das SSL-Zertifikat für deine Webseite aktiviert oder deine DNS Einstellungen korrekt anpassen kann.

Tipp: Für Kunden von RAIDBOXES sind diese Einstellungen direkt im Dashboard einsehbar. SSL kannst du unter dem gleichnamigen Menüpunkt aktivieren. Ein Let’s Encrypt SSL-Zertifikat ist dort immer kostenlos enthalten. Es lässt sich mit einem Klick installieren.

RAIDBOXES Weiterleitung
Die Weiterleitung im Dashboard von RAIDBOXES

Es ist aus zwei Gründen wichtig, dass deine Webseiten über https:// erreichbar sind: Zum einen ist SSL ein Rankingfaktor. Und zum anderen willst du sicherlich nicht, dass deine Besucher darüber informiert werden, dass die Webseite oder der Onlineshop möglicherweise nicht sicher sind.

Um sicherzugehen, dass alle Inhalte deiner Webseite auch wirklich über eine geschützte Verbindung eingebunden sind, kannst du einen zusätzlichen Blick in die Entwicklerkonsole des Internetbrowsers werfen:

Content Console
Die Entwicklerkonsole deines Browsers

Sollte die Konsole einen sogenannten „Mixed Content Error“ ausgeben, dann gilt es diesen ebenfalls zu beheben. Das passiert meistens, wenn du einen Inhalt der Webseite mit http:// statt https:// eingebunden hast. Häufige Übeltäter sind externe Skripte wie Google Maps oder Bilder von anderen Webseiten.

Tipp: Wenn die Konfiguration bei deinem Webhosting zu komplex ist, dann kannst du auf ein Tool wie Really Simple SSL setzen. Es behebt solche Fehler für dich. Nicht nur in diesem Fall solltest du jedoch über ein Managed WordPress Hosting nachdenken.

Schritt #2: Audit mit SEO-Tools

In der Zwischenzeit starten wir einen SEO-Audit durch ein passendes Tool. Natürlich hast du die Wahl Neil Patels Site-Audit zu verwenden. Allerdings rate ich eher dazu, eine Testversion (Trial) bei den professionellen Werkzeugen auszuprobieren (siehe oben). Bei Erfolg und Gefallen kannst du das Tool nach dem Trial gegebenenfalls weiterverwenden.

SEMrush Audit
Eine Analyse mit SEMrush

Wichtige Einstellungen, egal in welchem Werkzeug:

  • Akzeptiere die Anweisungen die in der robots.txt gemacht wurden. Wir möchten eine Webseite genauso wie einen Crawler betrachten
  • Wenn möglich: Crawle die Webseite anhand der Sitemap.xml. Häufige Pfade für eine Sitemap sind: domain.de/sitemap.xml oder domain.de/sitemap_index.xml

Dieser Prozess wird je nach Größe deiner Webseite(n) etwas Zeit benötigen. Also widmen wir uns dem nächsten Schritt zu.

Schritt #3: Die Indexierung der Webseite prüfen

Ist die Webseite auffindbar?

Im nächsten Schritt prüfst du, ob deine Webseite überhaupt aufgefunden werden kann. Oder ob Crawler Probleme beim Lesen dieser haben. Besuche google.de und gib in die Suchmaske folgenden Befehl ein:

site:deinedomain.de

Nun folgt eine Auflistung aller Suchergebnisse, die allerdings nur deine Domain betreffen:

Site Befehl Google
Auflistung aller Suchergebnisse für eine Domain

Wie du siehst scheint hier zumindest alles in Ordnung zu sein. Die Webseite ist in den Suchergebnissen zu finden.

Einträge in der Search Console prüfen

Als nächstes rufst du die Search Console auf. Googles hauseigene Konsole zeigt Webmastern Informationen an, wie es um die Indexierung ihrer Webseite steht. Außerdem wirst du über kritische Fehler benachrichtigt. Eine tolle und sehr hilfreiche Sache.

Prüfe dabei, ob deine Domain bereits registriert und verifiziert ist. Falls nicht, hole diesen Schritt nach. Für die Search Console ist es verpflichtend, dass auch die richtige Version deiner Webseite eingebunden ist. Sprich: Wenn deine Webseite über https://domain.de aufrufbar ist, aber als https://www.domain.de eingetragen ist, arbeitet die Search Console nicht richtig. Dann erhältst du falsche Ergebnisse.

Klicke in den Reiter “Abdeckung”: Hier erhältst du eine Auflistung möglicher Fehler sowie ausgeschlossener und gültiger Seiten:

Seiten Abdeckung
Seiten-Abdeckung in der Search Console

Seiten, die hier als Fehler markiert sind, gilt es unbedingt zu beheben! Auch Warnungen solltest du kritisch betrachten. Und deren Ursachen umgehend entfernen.

Ebenfalls interessant: Der Screenshot zeigt nur 28 gültige Webseiten. Aber wie wir erst herausgefunden haben, zeigt Google für diese Webseite 45 Ergebnisse an. Das sollten wir genauer untersuchen. Es könnte bedeuten, dass 404-Fehlerseiten in der Suche indexiert sind.

Um das zu kontrollieren gibt es folgende Wege:

  • Du springst zurück in die Suche von Google und nutzt den Befehl “site://deinedomain.de”. Von dort aus kannst du dich durch die Suchergebnisse klicken und sehen, ob es Auffälligkeiten wie 404 Fehler etc. gibt.
  • Oder du nutzt ein SEO-Tool wie den Screaming Frog Spider beziehungsweise das Werkzeug deiner Wahl, um nach 404-Seiten zu suchen.

404 Fehler beheben

Da du dich schon im entsprechenden Bereich der Suchmaschine befindest, werfen wir gleichzeitig noch einen kurzen Blick auf die ausgeschlossenen URLs. Klicke auf den Reiter „ausgeschlossene URLs“ und suche nach folgenden Meldungen:

404 Fehler
404 Fehler in der Search Console von Google

404-Seiten sind so ziemlich das Schädlichste, was eine Webseite zu bieten hat. Welcher Besucher möchte schließlich auf ein Ergebnis klicken, nur um zu sehen, dass der gewünschte Inhalt nicht mehr existiert?

Zudem verfügt jede deiner Unterseiten über einen Wert. Leitest du die 404 Seite nicht um, dann geht dieser Wert verloren. Und damit all das Vertrauen und die Erfolge, die du mit dieser Webseite bei einer Suchmaschine erworben hast. Hochwertige Backlinks, die du aufgebaut hast, verpuffen ebenfalls einfach im Nirvana.

Damit genau das nicht passiert, gibt es sogenannte „Weiterleitungen“. Matt Cutts hat für Google wunderbar erklärt, was so eine Weiterleitung ist, und warum dieses Werkzeug für Google so wichtig ist:

Wenn du deine Webseite bei RAIDBOXES hast, dann ist es übrigens spielend einfach, solche Weiterleitungen einzurichten. Gehe dazu einfach zu Dashboard -> Einstellungen -> Weiterleitungen und definiere, welche URL wohin weiterleiten soll:

301 und 302 Weiterleitungen
301 und 302 Weiterleitungen bei RAIDBOXES einrichten

Der Unterschied der beiden Redirects:

  • 301 Weiterleitungen / Permanent Redirect: Leitet permanent auf die Zielseite um. Wird benutzt, wenn der Inhalt gänzlich auf einer anderen URL wiederzufinden ist.
  • 302 Weiterleitungen / Temporary Redirect: Leitet temporär auf die Ziel-URL um. Wird beispielsweise bei Testseiten verwendet.

Nun ist es allerdings so, dass eine URL nicht immer auf eine neue Seite verweisen soll. Manchmal ist ein Inhalt schlichtweg dauerhaft gelöscht. Hierzu gibt es den Statuscode 410. Für solche Fälle könnt ihr das Yoast SEO Premium Plugin oder das WordPress Plugin Redirection verwenden. Sie bieten genau diese Funktion an, mitsamt 301- und 302-Weiterleitungen:

SEO WordPress Plugin
Weiterleitungen im Yoast SEO WordPress Plugin

Die Behebung von 404 Fehlern hat für dich oberste Priorität. Stelle dabei sicher, auch nur auf URLs weiterzuleiten, die inhaltlich einen Zusammenhang mit den gelöschten Seiten aufweisen.

NoIndex Seiten prüfen

Als nächstes werfen wir einen Blick auf die durch NoIndex ausgeschlossenen URLs der Suchkonsole:

NoIndex Search Konsole
NoIndex schließt URLs aus den Suchergebnissen aus

Das noIndex-Tag sagt Crawlern, dass entsprechende Seiten nicht indexiert werden sollen. Das ist zum Beispiel bei Danke-Seiten nach einer Newsletter-Registrierung der Fall, bei Mitgliederseiten oder bei rechtlich benötigten Unterseiten.

Es kann aber auch dazu kommen, dass wichtige Seiten, die eigentlich indexiert sein sollten, in diesem Topf landen. Etwa durch Plugins, Unachtsamkeit oder durch unsauber gescriptete WordPress-Themes. Wenn das der Fall ist, dann musst du die Ursache identifizieren.

Tipp: Wenn du das Yoast SEO Plugin zur Optimierung deiner Beiträge nutzt, dann findest du am Ende des Beitrages eine Auswahlbox. Mit dieser lässt sich festlegen, ob einem Beitrag das Tag “index” oder “noindex” zugewiesen werden soll. Andere SEO-Plugins für WordPress, etwa All in One SEO Pack von Michael Torbert, bieten ähnliche Funktionen.

NoIndex mit WordPress
NoIndex mit Yoast und WordPress

Mit dem SEO-Site-Checkup kannst du prüfen, ob das Problem hierdurch behoben wurde. Falls nicht kann es auch sein, dass du das Yoast SEO Plugin falsch konfiguriert hast. In diesem Fall empfehle ich dir dieses Tutorial.

Sitemap.xml prüfen

Eine Sitemap.xml ist ein Wegweiser für Suchmaschinen. Die Datei beinhaltet eine Auflistung aller URLs eurer Webseite und wann diese zuletzt modifiziert wurden. Es gibt allerhand Plugins, die eine Sitemap automatisch für WordPress und WooCommerce generieren. So beispielsweise das Yoast Plugin. Dessen Sitemap ist unter “deinedomain.de/sitemap_index.xml” zu erreichen.

Wir zeigen Google, wo sich die XML Sitemap befindet. Um es Crawlern so einfach wie möglich zu machen, auf diese zuzugreifen. Gehe dazu in die Suchkonsole zum Reiter “Sitemaps” und fügt sie dort hinzu:

WordPress Sitemap Search Console
Deine Sitemap aus WordPress in der Search Console hinzufügen

Robots.txt prüfen

Als nächstes rufen wir die robots.txt auf, unter deinedomain.de/robots.txt. Die robots.txt ist eine Datei mit Anweisungen an die Crawler, die deine Webseite besuchen.

Wenn deine WordPress-Seite noch keine robots.txt verwendet, so kannst du den folgenden Eintrag kopieren und die Datei einfügen. Danach lädst du sie manuell in das Hauptverzeichnis deiner FTP-Ordners hoch. Alternativ lässt sich die robots.txt Datei auch ganz einfach im Yoast SEO Plugin erstellen:

WordPress robots.txt
Die robots.txt Datei aus Yoast WordPress SEO

Im besten Fall sieht deine WordPress robots.txt so aus:

User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Allow: /wp-admin/admin-ajax.php

Die meisten Webseitenbetreiber vergessen hier allerdings die Möglichkeit, dass sie auch ihre Sitemap.xml in der robots.txt hinterlegen können.

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap_index.xml

Je nachdem wer an deiner Webseite gearbeitet hat, kann es aber sein, dass noch andere Code-Schnippsel in der robots.txt existieren. Manchmal schließen sie bestimmte Crawler aus oder versuchen, bestimmte Seiten von der Indexierung zu stoppen.

Hinweis: NoIndex-Anweisungen der in robots.txt werden seit Juli 2019 nicht mehr durch Google unterstützt. Du hast Seiten bisher auf diese Weise ausgeschlossen? Dann musst du Alternativen wie das NoIndex-Tag umsetzen.

Schritt #4: Empfehlungen des SEO-Tools folgen

Mittlerweile sollte das SEO-Tool mit dem Scan deiner Webseite fertig sein – und eine ganze Reihe von Handlungsempfehlungen präsentieren. Für die folgenden Schritte verwende ich dabei mein Lieblingstool SEMrush. In der Regel analysieren die meisten SEO-Tools lediglich die technischen Aspekte deiner Webseite.

SEMrush SEO
Überblick mit Empfehlungen in SEMrush

Tipp: Neben jedem Hinweis in SEMrush findest du einen Link mit dem Ankertext: “Grund und Behebung”. Dort zeigt dir Semrush, warum jener Fehler ein Problem für die Suchmaschinenoptimierung deiner Webseite darstellt.

Kritische Handlungsempfehlungen

Kritische Fehler gilt es auf jeden Fall zu beheben. Sie beeinträchtigen die Rankings deiner Webseiten am stärksten und können negative Folgen haben.

Warnungen SEMrush
Warnungen und Fehler in SEMrush

Anbei eine Auflistung von Problemen, die du bei einem SEO-Audit beachten solltest:

  • Jede Webseite verfügt nur über ein H1-Tag. Dieses Tag ist kurz, prägnant und beschreibt das Thema der Webseite eindeutig. Wenn du mehrere hast, dann solltest du dies ändern.
  • Verfügen alle meine Seiten über einen ansprechenden Meta-Titel? Oder über eine ansprechende und einzigartige Metabeschreibung? Vermeide Duplikate. Änderungen kannst du im Yoast Plugin vornehmen, siehe diese Anleitung.
  • Sind alle Inhalte auf meiner Webseite einzigartig? Und falls nicht, nutze ich NoIndex-Tags oder Canonicals, damit diese nicht indexiert werden?
  • Laden alle meine Webseiten schnell genug (siehe Schritt 5)?
  • Verweisen alle internen und externen Links auf gültige Webseite?
  • Sind alle 404 Fehler auf meiner Webseite behoben (siehe Schritt 3)?
  • Sind alle URLs auf meiner Webseite crawlbar (siehe Schritt 2)?
  • Kann meine Webseite nur mit einer einzigen https://-Version aufgerufen werden (siehe Schritt 1)?

Weiterhin:

  • Sind alle Bilder auf meiner Webseite abrufbar und lösen keinen 404 Fehler aus?
  • Existiert eine gültige XML Sitemap auf meiner Website?
  • Existiert eine robots.txt Datei für meine Webseite? Enthält sie nur so viel Anweisungen wie tatsächlich benötigt werden?
  • Ist die XML-Sitemap in der robots.txt eingebunden?
  • Mehrsprachige Webseiten: Wird das Tag href-lang ordnungsgemäß umgesetzt?
  • Ist ein gültiges SSL-Zertifikat aktiviert? Sind alle Inhalte über https:// (sichere Verbindung) erreichbar?
  • Wurden Weiterleitungsketten entfernt?
  • Werden Javascript und CSS Dateien komprimiert? Oder gibt es ein serverseitiges Caching?

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Wichtige Handlungsempfehlungen

Mittelschwere Fehler wirken sich weniger drastisch aus als kritische Fehler. Sie haben entweder eine passive Wirkung auf das Ranking deiner Webseite, oder sie beeinflussen die User-Experience. Das wiederum hat Folgen für das Ranking deiner Webseite.

Folgende Punkte solltest du hier identifizieren und lösen:

  • Das Verhältnis von Text und HTML ist höher als 10 Prozent. Das kann auf überladenen Code hinweisen.
  • URLs weisen weniger als 300 Wörter auf. Seiten mit geringem Inhalt sind meist ein Indikator für eine schlechte Recherche oder mangelnde Qualität, sodass die Frage oder Suchintention des Nutzers nicht beantwortet werden kann.
  • Meta-Titel sind kürzer als 70 Zeichen und einzigartig. Metabeschreibungen sind kürzer als 160 Zeichen und einzigartig.
  • Jedes Bild verfügt auch über ein beschreibendes ALT-Attribut. Das ist wichtig, damit Suchmaschinen den Inhalt eines Bildes verstehen. Und für eine barrierefreie Webseite.
  • Vorübergehende Weiterleitungen sind entfernt oder zu 301 Weiterleitungen verändert worden.
  • URLs verwenden Bindestriche und keine Unterstriche (Bindestriche werden zur Worttrennung verwendet).
  • Alle internen Links verwenden das dofollow-Attribut.
  • Die Seite verwendet moderne Technologien wie Caching, Komprimierung oder moderne Bildformate wie webP, um die Ladezeit einer Webseite zu reduzieren. Siehe die Hinweise hier unter „Performance und SEO“.
  • URLs sind so kurz wie möglich. Stoppwörter werden vermieden.

Hinweise

Du solltest auch die Hinweise beheben, selbst wenn sie nicht als Probleme dargestellt werden. In diesem Bereich bekommst du in SEMrush Handlungsempfehlungen, bei denen das Tool nicht genau einschätzen kann, ob diese Einstellungen auch so gewollt sind. Ein Beispiel: Soll diese Seite wirklich als noindex gekennzeichnet werden? Handlungsempfehlungen, die deine Inhalte betreffen, gehören ebenso dazu.

Folgendes solltest du dir hier beim SEO-Audit anschauen:

  • Seiten sind mit mehr als 3 Klicks zu erreichen. Das spricht für eine schlechte Struktur der Webseite.
  • URLs der Webseite sind nur einmal verlinkt, was ebenfalls auf eine schlechte Struktur hindeutet.
  • Alle URLs wurden auf die Richtigkeit des noIndex-Tags und des des noFollow-Tags kontrolliert.

Schritt #5: Seitengeschwindigkeit testen

Wer die SEO-Entwicklung der letzten Jahre mitverfolgt hat, erinnert sich an Diskussionen wie das Mobilegeddon. Diskussionen, die die gesamte SEO Szene in große Aufruhr gebracht haben. Das Mobilegeddon ist zwar ausgeblieben. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass Google seit Jahren viel Aufwand betreibt, um Webseiten im Netz schneller zu machen. Gleichzeitig regt Google die Webmaster dazu an, den Google Index nicht mit qualitativ minderwertigen Seiten zu fluten.

So ist die Geschwindigkeit, bis eine Seite vollständig geladen wurde, zu einem wichtigen Rankingfaktor geworden. Und Google hat etliche Tools auf den Weg gebracht, um Webseitenbetreiber bei der Optimierung dieser Ladezeiten zu helfen.

ebook: Messe die Performance deiner Seite wie ein Profi

Auch wenn die Webseitengeschwindigkeit eher zu den schwächeren Rankingfaktoren gehört, kann die Ladezeit dennoch Auswirkungen auf die User-Experience deiner Webseite haben. Damit wirkt sie sich passiv auf die Bewertung des Nutzerverhaltens aus. Darunter leidet auch dein Umsatz, wie Amazon in einer Studie veröffentlicht hat.

Das gleiche Phänomen möchte Google mit seinem Speedtest auf Test my Site with Google angehen. Ein weiteres wichtiges Werkzeug, das dir bei der Optimierung deiner Webseite hilft, ist Google Pagespeed Insights.

Test My Site Google
Hochgerechneter Umsatzverlust bei „Test My Site“ von Google

Beide Tools bewerten die aktuelle Optimierung deiner Webseite und geben Handlungsempfehlungen, an die du dich halten solltest. Ich möchte hier nicht weiter auf dieses komplexe Thema eingehen, sondern verweise auf die Anleitung zum PageSpeed Test.

Ergänzend bieten sich folgende Tools an, um eine schnelle Bewertung zur Geschwindigkeit deiner Webseiten zu erhalten:

Ein gutes und zuverlässiges Webhosting wie das von RAIDBOXES nimmt dir dabei schon jede Menge Arbeit ab. Denn die Server sind genauestens auf WordPress oder WooCommerce und die User-Last zugeschnitten. Ergänzend wird das Caching noch serverseitig übernommen.

Tipp: Du kannst nicht auf ein Server-Caching zurückgreifen? Dann empfehle ich dir ein Plugin wie WP-Rocket. Das Plugin ist zwar kostenpflichtig, dafür aber kompatibel mit den meisten WordPress-Plugins.

Meine Checkliste für die Optimierung deiner Ladezeiten:

  • Verfügt deine Webseite über ein schnelles Webhosting? Siehe: Speedvergleich.
  • Verwendet die Webseite Caching und Komprimierung? Siehe: Caching und Brotli Komprimierung.
  • Ist jede URL auf der Webseite schnell erreichbar? Siehe: Time to First Byte.
  • Sind Dienste wie CDN’s (z.B. Cloudflare) richtig eingebunden? Doch Achtung: Sind CDN’s sinnvoll?
  • Wurden grafische Effekte auf ein Minimum reduziert (Javascript Einblendungen etc.)?
  • Werden Funktionen wie Lazy Load eingesetzt?
  • Sind Bilder komprimiert und nutzen moderne Formate? Siehe: Bildkomprimierung.
  • Sind Metainformationen aus Bildern entfernt?
  • Sind öffentlich einsehbare Dokumente (.pdfs) komprimiert?
  • Wurden alle Bilder in der richtigen Bildgröße hochgeladen?
  • Wird auf externe Einbindung größtenteils verzichtet? Also etwa auf Google Fonts, Social-Media-Einbindungen, Youtube Videos etc.?
  • Wird die Anzahl der Plugins auf das Nötigste reduziert?
  • Ist die Datenbank von WordPress und WooCommerce aufgeräumt und bereinigt?
  • Gibt es Redirect Ketten, die aufgelöst werden können?

Weitere Ressourcen zu diesem Thema:

Schritt #6: Der Backlink-Audit

Bei einem Backlink-Audit wird überprüft, wie viele Backlinks auf deine Webseite verweisen, ob diese Backlinks auf die wichtigsten URLs deiner Webseite zeigen und wie hochwertig sie sind.

Wieso ist das so wichtig? Auch im Jahre 2019 werden Backlinks noch zur Bewertung einer URL herangezogen. Denke bei einem Backlink an eine Empfehlung. Jede URL, die auf deine Webseite verweist, spricht dem Inhalt deiner Seite eine solche Empfehlung aus. Damit sind Backlinks einer der wichtigsten Rankingfaktoren.

Allerdings ist Google mittlerweile sehr gut darin zu bewerten, wie hochwertig/qualitativ solch ein Backlink ist. Hier gilt: Je hochwertiger die Quelle und je passender die Übereinstimmung zum Thema deiner Webseite, desto besser ist die Qualität eines Backlinks.

Nun kommt es aber vor, dass nicht jeder Backlink, der auf deine Webseite verweist, auch eine gute Empfehlung ist. Mögliche Gründe können sein:

  • Gekaufte Backlinks aus unseriösen Quellen
  • Spam-Attacke mit dem Ziel, eine Webseite zu schädigen
  • Verweisende Webseite wird nicht mehr gepflegt und die Informationen sind nicht mehr aktuell
  • Verweisende Webseite wurde verkauft oder nicht erneuert und ist nun Spam

Der zweite Fall stand beispielsweise dem Ranking eines Kunden von mir im Wege, als beinahe zehntausend Links aus Spam-Domains auf seine Seiten zeigten.

Glücklicherweise bietet Google mit dem Disavow Tool (dazu gleich mehr) eine Möglichkeit, um solche schädlichen und unpassenden Links dauerhaft von der Berechnung deiner Rankings auszusperren. Und siehe da, nur wenige Tage nach dem Disavow-Einsatz waren bereits ordentliche Erfolge zu verbuchen:

Link Disavow
Erfolg nach dem Einsatz von Disavow

Um solche Links auffindbar zu machen gibt es zwei Wege:

Möglichkeit 1: Manuell finden und entfernen

Gehe dazu in die Google Search Console. Unter “Links” findest du das Widget “Top verweisende Webseiten”. Dort findest du eine Auflistung aller Domains, die auf deine Webseite verweisen. Exportiere diese Liste als Tabelle und prüfe jede einzelne Domain auf ihren Spamgehalt:

Linkliste in der Search Console
Die Linkliste in der Search Console exportieren

Unter https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main kannst du diese Domains daraufhin für ungültig erklären lassen.

Möglichkeit 2: Ein SEO-Tool die Backlinks analysieren lassen

Seo-Tools wie Semrush und ahrefs geben dir ebenfalls Werkzeuge an die Hand, um die Backlinks deiner Webseite auf ihre Qualität hin zu analysieren. ahrefs dürfte von allen Tools die besten Empfehlungen geben, da es insbesondere für seine große Backlink-Datenbank bekannt geworden ist.

In Semrush findest du unter dem Menüpunkt “Backlink Audit” eine Übersicht deiner Backlinks. Du siehst hier, in welchem Prozentwert diese Links aus toxischen (minderwertigen) Quellen stammen. Am wichtigsten sind allerdings die Aufzählungen unter dem Reiter “Audit”.

Hier bewertet SEMrush ganz genau, warum eine URL als toxisch betrachtet wird. Von dort aus kannst du sie entweder als “sicher” markieren, oder die URL bzw. die ganze Domain direkt in die disavow.txt befördern. Um sie anschließend bei Google hochzuladen.

Wenn du das erledigt hast, solltest du wenige Stunden später über die Search Console benachrichtigt werden, dass die Disavow-Datei erfolgreich übernommen wurde:

Disavow Nachricht
Die Nachricht über den Disavow von Google

Tipp: Vergiss nicht, den SEO-Tools vollwertigen Zugriff auf eure Search Console und Analytics-Daten zu gewähren. Nur so bekommst du eine ausführliche Auflistung all deiner Backlinks.

Checkliste:

  • Hat die verlinkende Domain einen thematischen Bezug zu meiner Webseite?
  • Handelt es sich bei der verlinkenden Domain um eine Spam-Webseite (pornografische Inhalte, Scam, Fakewebseiten)?

Am meisten verlinkte Seiten und verlinkte Ankertexte prüfen

In der Search Console findest du den Reiter “Links”. Dort siehst du das Widget Externe Links -> Meistverlinkte Seiten. Öffne diesen Bericht:

Meistverlinkte Seiten
Meistverlinkte Seiten in der Google Search Console

Nun siehst du, welche der URLs auf deiner Webseite am meisten durch andere verlinkt werden. In der Regel wird deine Startseite “/” am häufigsten verlinkt sein. Das hat den einfachen Hintergrund, dass Menschen am liebsten Marken statt ganze Wortgruppen verlinken. Und das ist auch gut so. Weshalb das so ist, erkläre ich dir gleich noch.

Zuerst interessieren wir uns allerdings für die Anzahl an Links, die auf Unterseiten verweisen. Solche Links sind meist ein Indikator für qualitativ hochwertige und themenrelevante Verweise, die Google und andere Suchmaschinen als besonders gut bewerten.

Betrachte folgenden Screenshot etwas genauer:

Externe Links
Verweise auf Unterseiten in der Search Console

231 Backlinks verweisen auf die Startseite “/”, allerdings kaum welche auf die wichtigen Unterseiten. Zu den zentralen Dienstleistungen existieren überhaupt keine Backlinks. Als Suchmaschinenoptimierer würde ich nun auf Folgendes schließen:

  • Die Qualität der Unterseiten ist mangelhaft, sodass diese nicht von anderen Webseitenbetreibern verlinkt werden. Es ist kein entsprechender Anreiz vorhanden.
  • Dienstleistungen haben bisher nicht gerankt, weil einfach keine thematischen Backlinks existieren.

Abschließend werfen wir noch einen Blick auf das Widget “Top-verweisender Text”. Dieses findest du ebenfalls in der Search Console unter „Links“:

Top verweisender Text
Die Analyse „Top-verweisender Text“ von Google

Im besten Fall findest du hier eine Auflistung von Ankertexten, die sich auf deine Domain beziehungsweise Marke beziehen. Oder auf den Autoren einer Webseite. Diese sind sehr gerne gesehen und für die Suchmaschinenoptimierung essenziell, da Erwähnungen im Netz bei Suchmaschinen vertrauensfördernd sind. Sie helfen dir dabei, eine Autorität aufzubauen.

Dicht gefolgt sollten Ankertexte mit Keywords erscheinen, die für deine Seite besonders wichtig sind. Beispielsweise Dienstleistungen oder Teammitglieder.

Auch hier verfestigt sich der Verdacht, dass die Dienstleistungen bisher keine Backlinks erhalten haben. Außerdem kann man aus den Ankertexten lesen, dass wichtige Keywords derzeit noch zu kurz kommen. Zudem finden sich Ankertexte ausländischer Domains, die eventuell auf Spam schließen lassen. Diese sollten genauer untersucht werden.

Schritt #7: Rankings und organischen Traffic prüfen

Jeder SEO-Audit zielt darauf ab, den organischen Traffic deiner Webseiten langfristig zu erhöhen. Daher werden wir in diesem Schritt die aktuellen Rankings einer Webseite und den Traffic aus Google Analytics untersuchen.

Dazu rufst du als erstes Google Analytics auf. Verschaffe dir im Menüpunkt Zielgruppe -> Übersicht einen Überblick über die Besucherzahlen der letzten 12 Monate. Bitte wähle das Segment “Alle Nutzer” ab und ersetze es durch “organische Zugriffe”:

Google Analytics
Organische Zugriffe in Google Analytics

Im besten Fall sollte das Ranking eurer Webseite konstant steigen. Wenn der Traffic eurer Webseite stagniert oder gar eingebrochen ist (siehe folgenden Fall), dann müssen wir die Ursachen für diesen Einbruch recherchieren:

Google Update
Ist ein Google Update die Ursache für diesen Einbruch der Zahlen?

In solch einem Fall ist es möglich, dass deine Webseite von einem Google-Update betroffen war. Leider benachrichtigt Google Webseiten nicht individuell darüber, ob ein Update sie negativ beeinflusst hat. Die Pflege und Kontrolle liegt in der Obhut der Webmaster.

Du kannst nun die Google-Suche verwenden, um so nach Updates und Ankündigungen in diesem Zeitraum zu suchen:

Google Update
Was passierte bei Google im August 2018?

Und siehe da, direkt fallen große SEO-Magazine auf, die von einem Update am 01. August 2018 berichten:

Google medi Update
Die mutmaßlich Ursache..

Nun weißt du, dass deine Webseite tatsächlich von einem Algorithmus-Update betroffen war. Das verschafft dir die Möglichkeit, dich genauer über die Ursachen und Auswirkungen zu informieren. Oder dich mit anderen auszutauschen, um so das Ranking deiner Webseite wieder herzustellen.

Alternativ kannst du die organische Recherche von SEMrush aufrufen und dort eine Domain deiner Wahl eintragen. Im Diagramm sind bekannte Updates von Google ebenfalls vermerkt. Sie geben dir direkt einen Anhaltspunkt, weshalb der Traffic zu jener Zeit eingebrochen ist:

SEMrush Google Updates
Informationen über Updates von Google in SEMrush

Leider zeigt Analytics keine Daten zu den aktuellen Keyword-Rankings deiner Website. Um solche zu erhalten, musst du auf ein kostenpflichtiges SEO-Tool oder UberSuggest setzen. Je größer die Keyword-Datenbank des SEO Tools ist, desto besser wird deine Analyse.

Um Daten zum Ranking einer Webseite zu erhalten, öffnen wir erneut die organische Recherche in SEMrush.

Hier ist ebenfalls ersichtlich, dass bisher alles richtig gemacht wurde. Und dass sich die Rankings der Domain stetig verbessern. Zudem erhalten wir eine Übersicht unserer URLs: Zu welchem Keyword beziehungsweise auf welcher Position ranken diese?

Ranking Trends
Ranking-Trends deiner wichtigsten Keywords (SEMrush)

Wenn du auf eines der Keywords klickst, dann siehst du eine Auflistung aller wichtigen Daten zu dieser Suchanfrage. Ebenso eine Liste der Top-10-Ergebnisse. Sprich: Du siehst deine Konkurrenz.

Hier ist es die Aufgabe unseres SEO-Audits, neue Trafficquellen zu erschließen und die aktuellen Rankings auszuwerten. Nur so kannst du Keyword-Chancen erschließen und den Traffic der Webseite langfristig steigern. Analysiere, was die Mitbewerber besser machen, die vor dir liegen. Das können besserer Inhalte, ein besseres Tool oder schlichtweg bessere Backlinks sein.

Um den Rahmen des Artikels nicht zu sprengen: Lies dir hierzu meinen Gastbeitrag “Mit der Keyword-Recherche zum SEO Erfolg” durch. Dort zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du du mithilfe deiner aktuellen Rankings eine Keyword-Recherche durchführst. Um so neue Trafficquellen zu erschließen.

Was machst du, wenn der Traffic stagniert?

Entweder dein Traffic entwickelt sich nicht mehr, weil keine neuen Inhalte auf der Webseite veröffentlicht werden, oder weil deine Webseite in den Positionierungen nicht mehr steigt. Auch in diesem Fall empfehle ich dir eine Konkurrenzanalyse zu jedem Keyword. Oder mittels einer Keyword-Recherche neue Keywords zu erschließen.

Liegt die Veröffentlichung der Beiträge schon etwas länger zurück? Dann empfiehlt sich auch eine Auffrischung aller Inhalte durch eine Aktualisierung. Siehe Schritt 8.

Klimapositives WordPress Hosting

Was machst du, wenn der Traffic eingebrochen ist?

Wenn du keine Anzeichen dafür findest, dass deine Webseite von einem Google-Update betroffen war, dann liegt folgende Vermutung nahe: Deine Webseite ist einem technischen Fehler zum Opfer gefallen. Verfolge all deine Änderungen nach dem Prinzip des Reverse-Engineering zurück. Überprüfe ob Wochen vor dem Traffic-Einbruch Seiten verändert oder gelöscht wurden. Oder hast du neue WordPress-Plugins hinzugefügt bzw. Updates durchgeführt?

Egal was der Grund ist, du musst der Ursache durch das Ausschlussverfahren auf die Schliche kommen.

Schritt #8: Content-Audit und Textqualität

Suchmaschinen lieben frische Inhalte! Nicht ohne Grund gehört es mittlerweile zu jeder SEO-Strategie, regelmäßig Inhalte im Web anzupassen und durch neue Informationen zu ergänzen. Und auch deine Besucher werden sich über aktuelle Beiträge freuen.

Somit bleibt auch der Inhalt deiner Webseite aktuell. Und du verringerst die Gefahr, dass deine Konkurrenten dir den ersten Platz durch neue Inhalte streitig machen. Für Suchmaschinen gibt es nichts Schlimmeres, als einen Suchenden auf eine Webseite mit veraltetem Content zu schicken. Denn die Aufgabe von Suchmaschinen ist es, dem Nutzer mit der bestmöglichen Antwort auf seine Suchanfrage zu helfen. Wenn er von deiner Webseite abspringt, dann ist das für die Suchmaschine nicht förderlich. Und es ist nicht gut für deine User-Experience. Sprich: Es wirkt sich negativ auf dein Ranking aus.

Genau aus diesem Grund solltest du deine Inhalte regelmäßig einem Content-Audit unterziehen. Bei einem Content-Audit analysierst du alle Inhalte auf deiner Webseite daraufhin, ob sie:

  • Einen Mehrwert für den Nutzer bieten
  • Über aktuelle Inhalte verfügen
  • Keine Duplikate anderer Seiten sind
  • Organischen Traffic aufweisen
  • Mit anderen Seiten kombiniert werden können
  • Wie sich die User-Experience auf dieser URL auswirkt

In der Regel erstellst du daraufhin eine Liste aller URLs und entscheidest, ob ein Inhalt:

  • Gelöscht wird
  • Mit einer anderen URL zusammengeführt wird
  • Aktualisiert werden kann
  • Oder ob keine manuelle Maßnahme erforderlich ist

Einen Content-Audit kannst du einfach innerhalb einer Spreadsheet/Excel-Tabelle pflegen. Er sieht ungefähr wie folgt aus:

Content Audit Beispiel
Beispiel einer Excel-Vorlage des Content Audit

Zudem kannst du in Google Analytics jede URL noch einzeln auf die Verweildauer und die Absprungraten untersuchen. Die Werte geben darüber Aufschluss, ob deine Besucher den Inhalt einer Webseite als nützlich oder eben als nicht hilfreich bewerten.

Gehe dazu in den Reiter Google Analytics -> Verhalten -> Websitecontent -> Landingpages. Dort findest du eine Auflistung aller URLs und der meistbesuchten Seiten:

Landingpage Analyse
Die Zahlen der Landingpages in Google Analytics

Du willst noch mehr über den Content-Audit erfahren? Dann empfehle ich dir den Beitrag Content Audit: Bestehende Inhalte analysieren von Mareike Doll. Darin beschreibt sie ausführlich wie ein Content-Audit organisiert und durchgeführt wird.

Auch das Buch Think Content von Miriam Löffler eignet sich hierfür sehr gut. Es enthält zahlreiche Hinweise zu Content Marketing und zur richtigen Content Strategie.

Hinweis: Meta-Titel und Metabeschreibungen nicht übersehen!

Bei einem Content-Audit fokussieren sich viele Webmaster nur auf die oberflächlich sichtbaren Inhalte ihrer Webseite. Oftmals vergessen sie, daraufhin auch ihre Metabeschreibungen und Metatitel anzupassen. Das sind jene Kurztexte, die später in den Suchergebnissen dargestellt werden. Sie sollen die Nutzer dazu anregen, auf euer Ergebnis zu klicken.

Um die Metaangaben deiner Webseite zu prüfen: Rufe die Suche von Google auf und gib erneut den Befehl “site:deinedomain.de” in die Suchmaske ein:

Metadaten SEO
Die Meta-Angaben in der Vorschau von Google

Daraufhin erhältst du eine Auflistung all deiner indexierten Seiten. Du erkennst hier, welche Metabeschreibungen und Meta-Titel zu lang berziehungsweise zu kurz sind.

Tipp: Gib den Inhalt deiner Seiten stets informativ wieder. Achte gleichzeitig darauf, dein Suchergebnis für den Nutzer möglichst attraktiv und spannend zu gestalten. Meta-Angaben sind zwar kein aktiver Ranking-Faktor mehr. Allerdings kann die Anzahl an Menschen, die auf euer Ergebnis klicken, sich dennoch passiv auf eure Positionierung auswirken. Das Stichwort ist die Click-Through-Rate (CTR).

Verwende alternativ ein Tool wie den Screaming Frog Spider. Es crawlt alle URLs deiner Webseite und zeigt an, ob Metabeschreibungen zu lang sind oder gar fehlen:

Meta Description
Passt jeweils die Meta Description?

Mit einem Plugin wie Yoast SEO lässt sich die Meta-Angaben einer URL direkt im WordPress Editor bearbeiten. Außerdem zeigt dir das Plugin an, ob du Zeichenbegrenzungen eingehalten hast:

WordPress Meta SEO
WordPress Meta SEO in Yoast bearbeiten

Mein Fazit

Die Länge meiner Anleitung zeigt, wie umfangreich ein SEO-Audit werden kann. Die gute Nachricht ist: Du hast es geschafft! Wenn du all diese Schritte befolgst, dann solltest du die Schwächen deiner Webseite gut kennen. Du bist nun in der Lage, die wichtigsten zu beheben.

Die schlechte Nachricht ist: Ein SEO-Audit ist im Normalfall noch deutlich umfangreicher. Manche Themen wie Structured Data, Google My Business oder Duplicate Content sind komplexer, als ich es hier beschreiben konnte. Schreib mir gerne in den Kommentaren, zu welchen Sub-Themen dir ein passendes Tutorial fehlt.

Auch nach einem ersten Audit bleibt also noch viel Optimierungsbedarf. Für manches wirst du auf SEO-Profis zurückgreifen müssen. Sie haben mehr Erfahrung in der Interpretation der Daten, um das Problem mit dem richtigen Lösungsansatz anzugehen. Ich hoffe trotzdem, dass ich dir mit diesem Artikel weiterhelfen konnte. Und jetzt: Viel Erfolg bei deinem SEO-Audit!

Welche Fragen hast du zum SEO-Audit? Welche Tools kannst du empfehlen? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst mehr Tipps zu WordPress und Performance? Dann folge uns auf Twitter, Facebook oder über unseren Newsletter.