Pinterest Marketing für Agenturen

Pinterest Marketing für Freelancer und Agenturen: Was du beim Bilder-Netzwerk beachten musst

Das soziale Bildernetzwerk Pinterest ist ein Geheimtipp für das Online-Marketing von FreiberuflerInnen und Agenturen. Selbst Unternehmen aus dem B2B-Umfeld berichten von Kampagnen, die teils erfolgreicher sind, als Stories bei Instagram. Der Beitrag zeigt dir, worauf es ankommt, und wie du Pinterest mit WordPress verknüpfst.

Viele Selbstständige und Unternehmen wissen nicht, was sie mit Pinterest anfangen sollen – sie haben Vorurteile. „Was soll ich da nur posten“, so lautet ein Einwand, den man immer wieder hört. Wenn du dir deine Mitbewerber oder erfolgreiche Freelancer auf Pinterest anschaust, dann werden besonders gerne und erfolgreich geteilt bzw. gespeichert:

  • Bilder von MitarbeiterInnen im Arbeitsprozess bzw. Blick hinter die Kulissen, als Recruiting-Instrument
  • Unterstützung sozialer Projekte
  • Herstellungsprozesse deines Produkts
  • Infografiken mit spannendem Hintergrundwissen zu deiner Produkt- oder Dienstleistungswelt
  • Titelbilder von Blogbeiträgen u.v.m.

Pinterest ist längst mehr, als ein reines Nischen-Netzwerk. Im April 2019 ging das Unternehmen an die Börse. Seit März 2019 ist es möglich auf Pinterest Anzeigen zu schalten. Du solltest die visuelle Suchmaschine nicht vernachlässigen. Sie kann ein echter Traffic-Booster sein, wenn du sie richtig einsetzt.

Über 4 Millionen Ideen werden auf Pinterest täglich in Deutschland gepinnt

Jan Firsching schreibt in seinem Artikel auf Futurebiz:

Für Deutschland wird eine Zielgruppengröße zwischen 8,3 und 11,2 Millionen monatlich aktiven Pinterest Nutzern angegeben.

Zunächst die harten Fakten des Netzwerks:

  • 250 Millionen Nutzer weltweit
  • 175 Milliarden gespeicherte Ideen (sogenannte Pins)
  • 77 Prozent der Nutzer (Pinner) haben eine Marke oder ein Produkt auf Pinterest entdeckt
  • 82 Prozent kauften ein Produkt, dass sie über Pinterest fanden

Viele gute Gründe sprechen dafür, dass du Pinterest richtig für dein Marketing nutzt. Zudem macht es Spaß, Pins oder Infografiken für deine Webseite, deine Produktseite oder deinen Blog zu erstellen. Und damit sind wir schon beim Kernpunkt: Bilder, Bilder, Bilder! Doch dazu später mehr.

Wie du dich auf Pinterest registrierst und einen Unternehmens-Account erstellst

Im ersten Schritt richtest du einen privaten Account bei Pinterest ein. Sobald du registriert bist, kannst du deinen Account kostenlos auf eine Unternehmensseite umstellen:

Pinterest Anmeldung
Bei Pinterest registrieren

Danach wählst du deine Interessen aus. Sie sollten zum Gegenstand deines Geschäftsmodells passen:

Pinterest Interessen
Interessen bei Pinterest eingeben

Anschließend vergibst du den Namen deiner Unternehmensseite und wählst nähere Informationen dazu aus:

Geschäftskonto bei Pinterest
Kostenloses Geschäftskonto bei Pinterest einrichten
Pinterest Unternehmensprofil einrichten
Ein Unternehmensprofil einrichten

Im nächsten Schritt gibst du die URL deiner Webseite ein. So wird dein Unternehmensauftritt von den Followern gefunden, die deinen Pinnwänden oder deinem Account folgen. Und selbstverständlich sollte jeder Pin zu einer Landingpage oder einem Blogbeitrag führen:

Pinterest Webseite
Link zur Website und verknüpfe Konten

Zudem kannst du andere Social-Media-Profile verknüpfen. Seit Ende 2018 ist es möglich, deinen Instagram-Account oder deinen YouTube-Kanal mit Pinterest zu verbinden.

Das optimale Unternehmensprofil auf Pinterest

Du solltest unbedingt ein Unternehmensprofil anlegen, auch für deinen Blog. Obwohl Pinterest kein übliches Social Network ist: Es lohnt sich, ein klares Profil zu haben und zu zeigen, wofür du und dein Unternehmen stehen. Nur so stellt sich ein Wiedererkennungseffekt ein.

Gleichzeitig brauchst du einen thematischen Fokus. Es ist nicht zielführend, wenn du deine Interessen für Inneneinrichtung mit relevanten Inhalten für dein Business vermischst, obwohl dieses in eine andere Richtung geht. Wie du Pinterest strategisch nutzt, darüber hat Barbara Riedl von KaleidoCom in ihrem Artikel 7 wichtige Pinterest-Strategien geschrieben.

Im Profil von Pinterest kannst du deinen Nutzername eintragen und deine Pinterest-URL anpassen:

Pinterest Profil
Das Profil bei Pinterest bearbeiten

Ich habe auf allen Kanälen denselben Namen, auch für meinen Pinterest-Account. Das ist für deine Leser und Follower einfacher zu merken. So finden sie dich zudem schneller über die Suchfunktion. Unter „Kontoeinstellung“ gibst du weitere Informationen zu deiner Person an:

Benutzername Pinterest
Name und Benutzername festlegen

Deine Pinnwände

Je nachdem welche Produkte oder Dienstleistungen du anbietest, kannst du auf Pinterest unterschiedliche Pinnwände erstellen. Ich habe meine Pinnwände nach meinen Blog-Kategorien eingerichtet: Besucher finden bei mir Pinnwände beispielweise zu „Digitalisierung in der Hotellerie“, „E-Commerce in der Hotellerie“ oder „Social Media Tipps für Hotels“.

Achte darauf, die Pinnwände mit einer aussagekräftigen Beschreibung und mit deinen Keywords zu versehen. Die Keywords sind wichtig, damit du in den Suchergebnissen unter passenden Stichworten auftauchst:

Suchfunktion Pinterest
Suchfunktion und Pinnwände des Netzwerks

Diese Keywords, für die du jeweils gefunden werden willst, solltest du gleichzeitig in deiner Profilbeschreibung, in der Beschreibung deiner Pinnwände und in den Pins selbst angeben.

Warum Rich Pins so wichtig sind und warum du einen Pin-it-Button brauchst

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie deine Beiträge auf Pinterest geteilt werden können. Auf deiner Webseite bzw. deinem Blog hast du sicherlich Social Media Buttons integriert, die deine Leser zum Teilen verwenden können, über oder unter deinen Beiträgen.

Rich Pins verifizieren
Deine Webseite für Rich Pins verifizieren

Ich nutze zum Beispiel das Plugin Shariff Wrapper für WordPress. Durch die 2-Klick-Lösung ist es auch konform zur Datenschutz-Grundverordnung DSGVO.

Tipp: Siehe hierzu unseren kostenlosen DSGVO-Guide für WordPress-Agenturen, Freelancer & Webseitenbetreiber. Du findest ihn hier.

Das Plugin bietet neben anderen sozialen Netzwerken einen Pin-it-Button. Dieser Button greift auf das Bild zu, dass du zu deinem Artikel in Shariff hinzugefügt hast:

Rich Pins WordPress DSGVO
Rich Pins Einstellungen für WordPress Shariff

Die Vorgehensweise ist dabei wie folgt:

  1. Pinterest holt sich den Titel deines Artikels oder deiner Seite
  2. Den Beschreibungstext generiert es aus der ALT-Tag-Beschreibung. Diese solltest du allerdings nicht für Pinterest nutzen, sondern besser für die Barrierefreiheit deiner Webseite und als gute Bildbeschreibung für Google.
  3. Abschließend lädst du das Bild hoch, dass deinen Lesern beim Teilen über den Pin-it-Button angezeigt wird.

Somit erleichterst du deinen Lesern das Teilen. Du gibst den Text bereits vor und sie müssen sich nicht selbst etwas einfallen lassen. Denn Hand aufs Herz: Das macht keiner!

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Rich Pins helfen dir bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Du schlägst damit zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • Du gibst vor, wie der Pin beschrieben wird und was drin steht. Also beispielsweise Keywords, die für dich und dein Geschäft wichtig sind.
  • Du optimierst das Bild für die Google-Bildersuche und wirst so besser gefunden.

Hast du gewusst, dass Inhalte mit Bildern bis zu sieben mal mehr konvertieren als ohne? SEO-Experten prognostizieren, dass die visuelle Suchmaschinenoptimierung neben Voice Search weiter an Bedeutung gewinnen wird. Dafür sprechen auch die Apps Google Lens, Bing Visual Search oder Pinterest Lens.

Mit Pinterest Lens kannst du in der App und über deine Smartphone-Kamera Ideen festhalten. Die Plattform zeigt dir anschließend Pins, die dazu passen.

Erstelle auffallende Bilder mit aussagekräftigem Titel

Genauso wie auf Facebook, Instagram und Co. haben auch die Bilder auf Pinterest ein vorgegebenes Format. Und daran solltest du dich halten: Das empfohlene Seitenverhältnis ist 2:3, zum Beispiel 600 × 900 Pixel. Siehe hierzu diesen Beitrag.

Für Infografiken kannst du die Länge des Bildes anpassen. Mit Canva lassen sich sehr leicht ansprechende Grafiken erstellen. Hier ein Beispiel, mit der Grundlage eines Bildes von Pexels:

Infografik Pinterest

Infografiken sind außerdem beliebt, weil du damit komplexe Inhalte visuell und gut verständlich darstellen kannst. Das liest und teilt sich schneller, als nüchterne Fakten.

Traffic-Booster: Video-Pins!

Erste Video-Pins waren in den USA schon 2012 möglich. Doch Pinterest hat aufgerüstet und in diesem Jahr die Bewegtbild-Formate weltweit ausgerollt. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Pinterest die Plattform weiter voranbringen will, zusammen mit Anzeigenwerbung und dem Börsengang. Video bekommt zudem auch auf anderen Netzwerken mehr Aufmerksamkeit, ausgelöst durch entsprechende Algorithmen. Deine Video-Pins erscheinen ganz oben in den Suchergebnissen und auf deinen Pinnwänden.

Ich habe die Video-Pins ausprobiert. Für die Verteilung meiner Inhalte auf Pinterest nutze ich normalerweise Tailwind.

Tipp: Über Tailwind habe ich auf bloggerabc.de einen Artikel veröffentlicht.

In der deutschen Version ist das Teilen von Videos über Tailwind leider noch nicht möglich. Doch du kannst direkt in Pinterest ein Video-Pin veröffentlichen. Statt eines Bildes lädst du einfach eine Video-Datei hoch. Beispiele dafür findest du hier.

Pinterest Video
Video-Tutorials auf Pinterest

Pinterest spielt MP4 oder MOV aus. Die Dateigröße darf 2 GB nicht überschreiten. Empfohlen werden die Formate 1:1 (quadratisch) oder 2:3 (vertikal). Über die maximale Länge von Videos macht Pinterest keine Aussage. Dein Video sollte jedoch die Aufmerksamkeit deines Lesers schnell einfangen und ihn dann auf deine Website oder deinen Blog bringen. Denn genau wie bei den Bild-Pins hinterlegst du auch hier eine URL.

Fazit: Pinterest-Marketing lohnt sich, weil…

Pinterest eignet sich inzwischen für unterschiedliche Content Formate. Mit Bildern, Infografiken und jetzt auch Videos kannst du deine Leser auf Inhalte aufmerksam machen, um sie dann auf deine Webseite, deinen Onlineshop oder deinen Blog weiterzuleiten.

Bis letztes Jahr war es noch üblich, Pins auf unterschiedliche Pinnwände zu verteilen. Wichtig war lediglich das aktive Pinnen – die Suchmaschine wollte mehrmals täglich eine Aktivität sehen. Pinterest bevorzugt immer noch frischen und neuen Content – und das möglichst regelmässig. Doch die Qualität und zielgruppengerechte Inhalte werden immer wichtiger.

Ich erstelle für einen Blogbeitrag oder eine Podcast-Folge viele verschiedene Bilder im Pinterest-Format. Da ich mit Tailwind arbeite, mache ich das einmal im Monat. Und plane dann mit dem Tool voraus. Dadurch hat sich mein Traffic erhöht: Pinterest ist nach Google und Facebook meine drittgrößte Trafficquelle.

Marketing auf Pinterest lohnt sich auch für Freiberufler und Agenturen. Denn:

  • Visuelle Inhalte fallen mehr auf.
  • Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, auch für B2B (Bilder, Infografiken, Videos, Tutorials, FAQ).
  • Als Early Adopter von Pinterest bist du vorne mit dabei. Gerade im deutschsprachigen Raum und wenn deine Mitbewerber das Netzwerk noch nicht nutzen.

Weiterführende Links zu Pinterest

  • Pinterest veröffentlicht jährlich seine Trends im aktuellen Jahr. Die Top Trends für 2019 findest du hier.
  • Den Blog Kaleidocom.at kann ich für alle Pinterest-Interessierten sehr empfehlen.
  • Pinterest selbst gibt ebenfalls Auskunft über die Plattform. Besonders spannend sind die Zahlen zum Kaufverhalten auf Pinterest.

Du hast Fragen zum Marketing mit Pinterest? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst auch in Zukunft Tipps für dein Onlinemarketing erhalten? Dann folge uns auf Twitter, Facebook oder über unseren Newsletter.

Beitragsbild: Pixabay

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