Mitwirken und Contributing bei WordPress

Mitwirken bei WordPress: In 3 Schritten zum WP-Contributor

Das Mitwirken bei WordPress (engl. “contributing”) ist, wie bei vielen Open-Source-Projekten, ein existenzieller Bestandteil für die Weiterentwicklung und den Erfolg des beliebten Content-Management-Systems. Nicht zuletzt heißt es auf WordPress.org: “Mitmachen ist der Herzschlag jeder Community”. Ich zeige dir heute, wie du schon mit wenig Aufwand einen großen Beitrag zur WP-Community leistest.

Viele WordPress-Anwender sind sich gar nicht darüber bewusst, dass WordPress.org als Open-Source-Projekt von tausenden Freiwilligen weltweit gepflegt und weiterentwickelt wird. Diese freiwilligen Unterstützer, die auf unterschiedlichste Weise mitwirken bei WordPress und so einen wichtigen Beitrag zum Gesamtprojekt leisten, werden auch WordPress-Contributors genannt.

Falls du jetzt denkst, dass nur ausgewählte Leute mit bestimmten Fähigkeiten bei WordPress mitmachen dürfen, kann ich nur sagen: weit gefehlt! Die möglichen Aufgabenbereiche sind so breit gefächert, dass wirklich jeder etwas findet, um seinen kleinen individuellen Teil zu leisten, auch ganz ohne Programmierkenntnisse. Doch dazu gleich mehr.

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Warum überhaupt bei WordPress mitwirken?

Es gibt viele Gründe, warum die Mitarbeit an WordPress eine tolle Sache ist: Durch deinen Einsatz kannst du neues Wissen erlangen und teilen, dich zum Experten für einen bestimmten Bereich machen, den Zusammenhalt der Community stärken und natürlich neue Geschäftspartner und Freunde aus der WP-Community kennenlernen. 

WordPress wird mittlerweile von über 30 Prozent der top Webseiten weltweit genutzt. Dein Beitrag, und wenn er sich auch noch so klein anfühlt, kann sich also auf 30 Prozent des Internets auswirken – Wenn das kein Anreiz ist! 😉

Doch ganz egal, welche persönliche Motivation dich zum Mitwirken bei WordPress veranlasst – am Ende zählt, dass du etwas zu Gunsten der Gemeinschaft leistest. Schließlich trägt die harte (und vor allem unbezahlte) Arbeit der vielen Contributors am Ende dazu bei, dass du weiterhin mit WordPress arbeiten kannst.

Aus diesem Grund möchten wir dich mit diesem Artikel ermutigen, die Zukunft von WordPress mitzugestalten und etwas zu dem Open-Source-Projekt beizutragen.

RAIDBOXES Contributor Day
Durch Tätigkeiten wie regelmäßige RAIDBOXES Contributor Days, WordCamp Vorträge, Volunteering und das Mitorganisieren lokaler WordCamps möchten wir unseren Beitrag zur WP-Community leisten.

In seinem Blogpost “Five for the Future” appelliert WordPress-Mitgründer Matt Mullenweg an WP-Unternehmen, ungefähr fünf Prozent ihrer Ressourcen für die Mitarbeit an WordPress zur Verfügung zu stellen:

„I think a good rule of thumb that will scale with the community as it continues to grow is that organizations that want to grow the WordPress pie (and not just their piece of it) should dedicate 5% of their people to working on something to do with core — be it development, documentation, security, support forums, theme reviews, training, testing, translation or whatever it might be that helps move WordPress mission forward.“  – Matt Mullenweg

#1 Mitwirken bei WordPress: Finde deine Nische

Wenn du auf WordPress.org gehst, siehst du in der Menüleiste oben den Punkt “Get Involved”. Dort findest du alle Bereiche und Teams, in denen du dich engagieren kannst. Dazu zählen aktuell:

CoreThemesPluginsDesignMobileSupportDocumentationCommunityTVAccessibilityPolyglotsMetaTrainingTestMarketingCLIHostingTide.

Über jedes der 18 Teams etwas zu schreiben, würde hier leider den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund werde ich mich auf die Bereiche fokussieren, in denen du auch ohne Programmierkenntnisse einen wertvollen Beitrag leisten kannst.

Support

Wenn du schon etwas länger mit WordPress arbeitest, hast du vermutlich schon wertvolles Wissen angeeignet, welches du an andere WP-Anwender weitergeben kannst. Dafür eignen sich die WordPress Support-Foren besonders gut, da die dort geposteten Fragen von freiwilligen Supportern beantwortet werden. Selbst wenn du erst einmal nur einfache Fragen beantwortest, leistest du schon einen wichtigen Beitrag zur Community!

Bevor du mit dem Beantworten von Fragen beginnst, lies dir am besten zunächst das Handbuch für WordPress-Supporter durch.

Documentation

WordPress entwickelt sich ständig weiter und immer wieder kommen neue Features oder Neuheiten dazu, die dokumentiert werden müssen. Als Mitglied des Documentation-Teams kannst du beispielsweise dabei helfen, die WordPress-Handbücher, den Codex und Co. zu verbessern und neue Dokumentation zu erstellen.

Community

WordPress hat eine starke Community, die in der ganzen Welt regelmäßige Events veranstaltet. Diese reichen von lokalen Treffen in kleiner Runde (sogenannten WordPress Meetups) bis hin zu 2-tägigen internationalen Konferenzen, wie beispielsweise dem WordCamp Europe. WordCamps kannst du nicht nur als Teilnehmer besuchen, sondern auch als Sponsor, freiwilliger Helfer (Volunteer), Speaker oder als Teil des Orga-Teams unterstützen.

Das WordCamp Europe 2019 findet übrigens vom 20. bis 22. Juni in Berlin statt – eine perfekte Gelegenheit, um die deutsche WP-Community näher kennen zu lernen und gleichzeitig internationale Kontakte zu knüpfen. Unser Erfahrungsbericht vom WordCamp Retreat Soltau gibt dir einen kleinen Einblick, wie ein WordCamp ablaufen kann. Das Retreat-Format „WordCamp im Grünen“ hatte in Soltau eine (sehr erfolgreiche!) Premiere und wird hoffentlich nächstes Jahr wiederholt. Doch bevor ich ins Schwärmen über WordCamps gerate, zurück zum Contributing. 😉

TV

Die meisten WordCamp-Vorträge werden aufgezeichnet, um sie später für jeden Interessierten zugänglich zu machen. Bis zur Veröffentlichung auf WordPress TV fallen allerdings noch einige Arbeitsschritte an, wofür freiwillige Helfer benötigt werden. Schließlich muss das Filmmaterial nicht nur aufgenommen, sondern auch moderiert, geschnitten und ggf. nachbearbeitet werden. Sobald ein Video auf WordPress TV veröffentlicht ist, kannst du außerdem beim Transkribieren oder Übersetzen der Session helfen.

Durch die Unterstützung des TV Teams trägst du somit dazu bei, aktuelles WordPress-Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.

Wie du Videos für WordPress TV transkribierst oder übersetzt, wird im folgenden Video erklärt:


Polyglots

Das Polyglots-Team arbeitet daran, dass WordPress nicht nur auf Englisch, sondern auf so vielen Sprachen wie möglich verfügbar ist. Wenn du neben Deutsch und Englisch eine weitere Sprache beherrscht, bist du bei den Polyglots besonders gut aufgehoben. Aber auch, wenn du “nur” ins Deutsche übersetzen kannst, gibt es genug zu tun – Unzählige Plugins und Themes sind noch nicht auf Deutsch verfügbar und somit nicht für jeden nutzbar.

Im Polyglots-Handbuch erfährst du Schritt für Schritt, wie du mit den Übersetzungen in WordPress beginnst.

Accessibility

Das Accessibility-Team kümmert sich darum, dass WordPress selbst sowie die Inhalte auf WordPress.org für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind. Dies bezieht sich zum Beispiel auf WordPress-Nutzer, die körperlich eingeschränkt sind. Aktuell arbeitet das Accessibility-Team bspw. an der Barrierefreiheit des neuen Gutenberg-Editors.

Im Bereich Accessibility kannst du auch ohne Programmierkenntnisse z.B. neue Features oder Versionen auf Barrierefreiheit testen, Dokumentation schreiben oder Themes mit dem Accessibility-Tag überprüfen. Darüber hinaus ist es bereits hilfreich, wenn du durch Blogbeiträge oder sogar Vorträge Sensibilität für dieses wichtige Thema schaffst.

“Contrary to what some people think we’re not all techies, and we feel that everyone who is connected with accessibility has something useful to contribute.” – WordPress Accessibility Handbuch

WordPress-Bildung

Natürlich kannst du bei WordPress ebenfalls mitwirken, ohne Mitglied eines offiziellen WP-Teams zu sein: Zum Beispiel, indem du über allgemeine WordPress-Themen in deinem Blog schreibst, dein WordPress-Wissen auf Workshops vermittelst, auf Events sprichst oder einfach deinen Freunden und Bekannten von WordPress erzählst. So trägst du dazu bei, dass noch mehr Menschen unser Lieblings-CMS kennen, verstehen und lieben lernen.

#2 Mitwirken bei WordPress: Die technischen Rahmenbedingungen

Nachdem ich dir nun ein paar Bereiche vorgestellt habe, sind die grundlegenden “technischen Voraussetzungen” an der Reihe. Aber keine Sorge, hier geht es erst einmal nur um Tools, die du benötigst, um mit anderen Contributors zu kommunizieren.

Schritt 1: Erstelle einen WordPress.org-Account

Wenn du bei WordPress mitwirken willst, solltest du dir als erstes einen Account auf WordPress.org einrichten. Überlege dir dabei einen guten Benutzernamen, da du diesen später nicht mehr anpassen kannst.

Für deine Beiträge in den jeweiligen Bereichen bekommst du Profil-Abzeichen, welche von den entsprechenden Teams vergeben werden. Am Beispiel von Morten Rand-Hendriksen siehst du, wie das Profil eines aktiven WordPress-Contributors aussehen kann (no pressure! ;)).

WordPress.org Beispiel-Profil
So sieht das WordPress.org-Profil eines aktiven WP-Contributors aus. 
Schritt 2: Melde dich in der internationalen WP-Slack-Gruppe an

Der wichtigste Kommunikationskanal in der gesamten WordPress-Community ist Slack. Über das Messaging-Tool koordinieren sich die verschiedenen Teams, es werden Meetings abgehalten, WordCamps geplant und gemeinsame Entscheidungen gefällt. Slack macht es möglich, dass jeder auf der ganzen Welt mit einem Internetzugang bei WordPress mitwirken und mitbestimmen kann.

Nachdem du dich bei WordPress.org angemeldet hast, gehe auf make.wordpress.org/chat. Dort kannst du unter “joining the WordPress team on Slack” deine E-Mail-Adresse angeben.

Hinweis: Nutze für Slack den gleichen Nutzernamen, den du auch für deinen WordPress.org-Account verwendet hast, damit man dich besser identifizieren kann.

Nachdem du dich für die internationale WordPress-Slack-Community registriert hast, lautet deine Slack-Mail [dein Nutzername auf WP.org]@chat.wordpress.org. Dies ist für den Fall wichtig, dass du dein Passwort vergisst.

Nun kannst du in Slack unter “Channels” die verschiedenen Bereiche und Themen durchforsten und dich an Meetings und Diskussionen beteiligen. Den Namen des Slack-Channels für einen bestimmten Arbeitsbereich und die Uhrzeit der Meetings findest du auf der entsprechenden Team-Seite auf WordPress.org.

Alle Informationen, die du zum Contributing benötigst, findest du auf der WordPress.org-Seite des jeweiligen Core-Teams.
Schritt 3: Melde dich in der deutschen WordPress-Slack-Gruppe an

Wenn du dich in der deutschsprachigen WordPress-Community engagieren möchtest, solltest du dich außerdem in der deutschen Slack-Gruppe “DE – WordPress” anmelden. Eine deutsche Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findest du hier.

Meldest du dich beispielsweise als Volunteer auf einem WordCamp in Deutschland an, wird ein eigener Channel eröffnet, damit sich alle Helfer schon vor dem Event austauschen und den Ablauf besprechen können.

Natürlich ist die deutsche Slack-Community auch abseits vom Contributing ein idealer Ort, um Menschen mit den gleichen Interessen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Wenn du in der Channel-Liste nach #meetup suchst, findest du WordPress-Interessierte in deiner Nähe.

Deutsche WP-Slack-Community

#3 Mitwirken bei WordPress: Learning by doing

Nun kennst du die verschiedenen Bereiche, in denen du auch ohne Programmierkenntnisse tätig werden kannst, und weißt, wie du mit den verschiedenen Teams in Kontakt trittst. Wenn du noch etwas schüchtern bist und dich nicht sofort ins Geschehen stürzen möchtest, lies ruhig erst einmal bei ein paar Teams, die dich interessieren, in den Slack-Channels mit. So erfährst du, woran aktuell gearbeitet wird und wo vielleicht Hilfe nötig ist.

Wenn du dich für einen Bereich entschieden hast, empfehle ich dir, bei den regelmäßigen Slack-Meetings mitzumachen und bei Unklarheiten einfach nachzufragen. Niemand wird von dir erwarten, dass du die Contributing-Prozesse schon kennst, vor allem, weil sich diese in den verschiedenen Teams zum Teil unterscheiden.

Jetzt fehlt nur noch ein Schritt: Loslegen! Denn wie bei vielen Sachen ist auch beim Contributing “Learning by doing” angesagt.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir zeigen, dass es in WordPress unheimlich viele Bereiche gibt, in denen du dich engagieren kannst. Es mag vielleicht eine Weile dauern, bis du deine Passion und “dein” WordPress-Team gefunden hast, aber das ist gar nicht schlimm. Schließlich kannst du dennoch viel lernen und deine Stärken herausfinden, wenn du in mehrere Bereiche hineinschnupperst.

Und wer weiß, vielleicht hältst du sogar in Zukunft – wie Birgit Olzem oder Carole Olinger – einen WordCamp-Vortrag darüber, auf welchen (Um-)Wegen du zu einem aktiven Mitglied der WordPress-Community geworden bist. In diesem Sinne: Happy Contributing! 🙂

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