High-Traffic WordPress-Hosting

So überlebt deine WordPress-Seite 75.000 Aufrufe pro Minute

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Mittlerweile laufen fast 30 Prozent aller Webseiten auf WordPress. Trotzdem wird WordPress häufig noch als kleines Content-Management-System (CMS) belächelt. Dabei muss sich WordPress in keinster Weise verstecken. Erst Recht nicht, wenn es um High-Performance geht. Was WordPress hier leisten kann, zeigt der folgende Beitrag.

WordPress & High-Performance – ein paar Beispiele  

Folgende Megastars setzen alle auf WordPress als Webseiten-CMS. Es dürfte klar sein, dass WordPress-Seiten von Stars wie Katy Perry oder Justin Timberlake zum einen konstant hohen Traffic, aber auch Lastspitzen bei Besucherzahlen abfangen müssen.

So überlebt dein Magazin 75.000 Aufrufe pro Minute

Unterschied zwischen Aufrufen und Besuchern

Bevor ich das Geheimnis lüfte, wie deine Webseite mit extrem vielen Aufrufen umgehen kann, möchte ich dir zunächst die Relation zwischen Besuchen und Aufrufen erklären. Ein Besucher kann natürlich mehrere Unterseiten aufrufen. Die Bedenkzeit, die sich der Nutzer zwischen den Klicks gönnt, ist die maßgebliche Kennzahl, um eine Relation zwischen Besuchern und Aufrufen herzustellen.

Wenn 900 Besucher auf einer Seite im Schnitt alle drei Sekunden klicken, haben wir 300 Aufrufe pro Sekunde.

Als wichtige Faustregel gilt daher schonmal:  Die Anzahl der Besucher ist im Allgemeinen mindestens doppelt so hoch wie die Anzahl der Aufrufe.

WordPress & High-Performance – Caching als Wunderwaffe

Wie schafft es nun eine Seite bis zu 150.000 Besucher pro Minute abzufrühstücken, ohne in die Knie zu gehen? Die Wunderwaffe, die wir bei RAIDBOXES schon im allerkleinsten Tarif einsetzen, heißt Caching.

Bei unserem Caching handelt es sich nicht um einen eigenen Varnish-Server, der umständlich vorgeschaltet wird, sondern um eine Technologie, die standardmäßig auf Serverseite integriert ist.

Ein WordPress Cache verkürzt nicht nur den Weg, den eine Anfrage zurücklegen muss, sondern liefert auch eine schneller zu ladende Variante der Seite aus.
Ein Cache ermöglicht tausendfache Aufrufe von WordPress-Seiten ohne den Prozessor zu nutzen.

Der Cache überführt dabei eine Mischung aus Stylesheets, JavaScript, Bildern etc. in ein statisches HTML-Dokument, speichert dieses zwischen und liefert es beim Seitenaufruf aus. Die statischen Dokumente werden dabei im Arbeitsspeicher oder auf der SSD-Festplatte abgelegt.

1000-fache Aufrufe und der Prozessor langweilt sich

Durch das serverseitige Caching werden die Anfragen direkt ausgeliefert, ohne auch nur Kontakt zum Prozessor und der Datenbank zu erhalten. In unserem STARTER Tarif können beispielsweise standardmäßig 75.000 Aufrufe innerhalb einer Minute beantwortet werden. Gerade für besucherintensive Blog-, Magazin- und Unternehmensseiten ist WordPress daher ein sehr gutes System.

So haben wir es häufig in High-Performance-Zeiten, wie z.B. nach der Erwähnung von Kunden-Seiten in einer TV-Sendung oder während Online-Marketing-Kampagnen erlebt: Obwohl der Prozessor im Voraus upgegradet wurde, hat sich dieser am Ende gelangweilt, da das Caching die Auslieferung übernommen hatte.

High-Performance-Sonderfall – WooCommerce

Eine wichtige Einschränkung gibt es allerdings: Die Aussage bezieht sich auf statische Seiten, die im Cache abgelegt werden können.

Dynamische Anfragen können schlecht gecached werden

Bei dynamischen Anfragen, wie z.B. dem Ausfüllen von Kontaktformularen oder Checkout-Prozessen im Warenkorb, darf nicht gecached werden.

Ein Beispiel für dynamischen Content sind Produktseiten, die sich  je nach Aktion des Nutzers die Preise im Warenkorb ändern. Hier wäre es fatal, wenn sich der Preis im Warenkorb oder gar an der Kasse nicht anpassen würde und dem Nutzer dauerhaft der zwischengespeicherte Preis angezeigt wird.

Bei der Knalle Popkornkonditorei war mit diversen TV-Shows und einigen AdWords und Social-Media-Kampagnen schon häufiger mehr Prozessorleistung nötig.

Solche dynamische Seiten werden daher standardmäßig bei unserem Caching ausgeschlossen, um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Gleichzeitige Besucher in einem Warenkorb schlagen daher meist direkt auf den Prozessor durch.

Genauso sind Communities und Membership-Seiten mit Foren und vielen eingeloggten Besuchern schwer zu cachen. Hier gibt es dann ernsthaften Handlungsbedarf, was die Hardware-Ressourcen angeht.

Die Pommesbude als Lieblingsmetapher unseres CTOs

Ohne Caching hilft dabei nur eine höhere Anzahl an CPU-Cores, die dann eine hohe Anzahl an gleichzeitigen Besucheranfragen beantworten können. Unser CTO Marcel nutzt hier immer die Pommesbude als Metapher, um Nicht-Technikern das Prinzip zu erklären:

Jeder CPU-Core steht dabei für einen Arbeiter an der Pommesbude. Je mehr Personen gleichzeitig frittieren (Cores vorhanden sind), desto mehr Pommes können verkauft werden (Nutzeranfragen können beantwortet werden).

Übrigens gilt dies nicht für die Geschwindigkeit, mit der die Personen arbeiten. Hierzu müsste die CPU-Taktfrequenz erhöht werden. Dies ist bei unseren neuen Tarifen ab dem PRO Tarif der Fall, wo die “Arbeiter” (Prozessoren) bis zu 30 Prozent schneller sind.

Circa 600 Besucher gleichzeitig im Warenkorb als Maximum

Mit einer Vorankündigung von zwei Tagen können wir Tarife manuell auf 24 Kerne und 64GB RAM für 24 Stunden hochstellen. Dies wird insbesondere von vielen Startups gerne genutzt, die bei der Höhle der Löwen auf Nummer sicher gehen wollen.

Für den großen WooCommerce-Shop gibt es dann unseren größten High-Performance Tarif “Business XXL” mit 12 vCores und 32GB RAM. Hier können sich bis zu 600.000 gecachte Besucher pro Minute oder bis zu 600 Besucher pro Sekunde im Warenkorb befinden.

Load-Balancing als nächster Schritt

Für den Fall, dass mehr als 600 Besucher pro Sekunde verarbeitet werden müssen, ist Load-Balancing der nächste Schritt. Man schaltet vor die Dedicated-Server einen Loadbalancer, der die Besucheranfragen auf die Dedicated-Server verteilt.

So kann auch über die Hardware-Ressourcen hinweg nicht nur auf dem gleichen Server, sondern auch über Servergrenzen hinweg skaliert werden. Dies ist ein seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren und sehr gut dazu geeignet, ohne Downtime hohen Traffic in sinnvolle Bahnen zu leiten.

Fazit: WordPress & High-Performance passen schon längst sehr gut zusammen

Wer WordPress heutzutage noch als CMS für kleine Seiten einordnet, sollte dies dringend überdenken. Schon längst hat sich WordPress auch für High-Performance-Seiten als CMS etabliert und wird hier vielfältig eingesetzt. Insbesondere Caching verhilft WordPress hier zu wahren Höhenflügen.

Selbst große Online-Shops mit einem konstant hohen Besucherstrom können mit dem entsprechenden Hosting zuverlässig abgewickelt werden. In Ländern wie den USA ist dies schon lange kein Geheimnis mehr. Ich hoffe, ich konnte dir in diesem Beitrag zeigen, dass wir auch in Deutschland unserem Lieblings-CMS mehr zutrauen dürfen.

Wie habt ihr WordPress bisher gesehen? Habt ihr vielleicht schon trafficstarke Seiten gebaut? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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