Brotli & WordPress

Brotli & WordPress: 20% kleinere Brötchen backen

Wer will schon kleinere Brötchen backen? Jeder WordPress-Professional, der seine Webseite so schnell wie möglich ausliefern will. Seit einiger Zeit steht dabei eine Technologie namens Brotli hoch im Kurs – Wie diese deine Seite schneller macht und was sie mit den Schweizern zu tun hat, erzähle ich dir heute.

Aktuell gibt es verschiedene Komprimierungsverfahren. Lange war GZIP der Standard, doch inzwischen läuft ihm ein neuer Algorithmus namens Brotli den Rang ab. Deine erste Frage ist vermutlich: Kann ich mit Brotli WordPress schneller machen? Ja, das geht.

Tatsächlich wird Brotli inzwischen bei RAIDBOXES standardmäßig mit eingebaut, damit deine Webseite auch in Sachen Komprimierung mit der Zeit geht.

Ich zeige dir in diesem Beitrag

Das 1 x 1 der Datenkomprimierung

Datenkomprimierung ist eine Technik, bei der der Speicherplatz von Daten so weit wie möglich verkleinert wird. Denn: Je geringer das verbrauchte Volumen desto kürzer die Übertragungszeit.

Erreicht wird das Verkleinern durch eine Verdichtung oder Reduzierung der Daten. Im Prinzip werden die Informationen dabei in eine kürzere Form umgewandelt, die weniger Speicherplatz verbraucht.

Komprimieren und Entpacken sind zwar zwei Prozesse, doch unterm Strich laufen sie immer noch schneller ab als das einfache Übertragen großer Datenmengen.

Google als Brotli-Bäcker

Der bisherige Komprimierungsstandard im Internet war GZIP. Diese Komprimierung arbeitet mit einem Algorithmus namens Deflate, der aus einer Kombination der LZ77-Technik und der Huffman-Codierung besteht. Deflate existiert schon seit 1993 und hat sich seitdem bei HTTP-Übertragungen zum absoluten Standard etabliert.

Google reichte das aber nicht. In seinen endlosen Bestrebungen, das Internet zu verbessern, entwickelte der Silicon Valley Riese vor einigen Jahren den Algorithmus Zopfli (benannt nach dem Schweizer Hefezopf). Zopfli benutzt eine ähnliche Technik wie Deflate und ist auch kompatibel mit dessen Datenformat, weist aber schon einige Verbesserungen auf.

Genug war das den Google-Technikern wohl immer noch nicht, denn mittlerweile gibt es Brotli – benannt nach Brötli, Schweizer Brötchen.

Bei Brotli handelt es sich um einen Open Source Algorithmus, der laut Google ein völlig neues Datenformat darstellt. Mit der Kompatibilität zu Deflate ist es zwar jetzt zu Ende, doch dafür bringt Brotli einige andere Vorteile mit sich.

GZIP vs. Brotli: Wer macht das Rennen?

Wie viel Ersparnis bringt Brotli also gegenüber dem Standardverfahren GZIP? Berichte zeigen einen eindeutigen Vorsprung:

  • Bei HTML spart Brotli 25% mehr Speicherplatz als GZIP.
  • Bei JavaScript sind es 17%.
  • CSS wird von Brotli 20% kleiner gespeichert als von GZIP.

Prinzipiell ist der Geschwindigkeitsunterschied zwischen der Übertragung komprimierter und unkomprimierter Daten bereits sehr groß ist. GZIP spart im Vergleich zur Ausgangssituation schon einiges an Speicherplatz. Brotli setzt noch einen drauf – auch wenn die Zahlen im Vergleich zu GZIP dann nicht mehr nach massiven Einsparungen aussehen.

Brotli bietet insbesondere bei mobilen Seiten Vorteile

Insbesondere mobile Geräte und Datentarife profitieren von der Kompression. Hier ist die verfügbare Bandbreite oft wesentlich geringer, sodass schon 20% Einsparung eine deutlich bessere Nutzererfahrung bringen. Webserver und Geräte mögen inzwischen ziemlich schnell sein – nur eben das Internet nicht immer.

Da immer mehr Nutzer mobil auf Webseiten zugreifen und deshalb von der geringeren Größe der Brotli-Dateien profitieren (z. B. durch reduzierte Akkubeanspruchung und geringere Übertragungsgebühren), hofft Google, dass der Algorithmus sich in Zukunft als neuer Standard durchsetzt.

Einschränkungen beim Brotli backen

Trotz dieser Vorteile ist Brotli kein Alleskönner. Wohl auch weil der Algorithmus recht jung ist – Google stellte ihn im September 2015 vor –, musst du die ein oder andere Einschränkung noch in Kauf nehmen.

Genaue Konfiguration ist wichtig

Einsparungen der Dateigröße sind aber nicht der einzige Maßstab, an denen sich ein Komprimierungsverfahren messen lassen muss. Schließlich willst du die Performance deiner Webseite verbessern. Da ist auch die Geschwindigkeit, mit der Informationen komprimiert und dekomprimiert werden, ein wichtiger Aspekt. Denn davon hängt ab, wie schnell der Webseitenbesucher Ergebnisse zu sehen kriegt.

Eine falsche Konfiguration zwischen Speicherersparnis und Geschwindigkeit der Umwandlung kann dazu führen, dass GZIP sogar schneller ist als Brotli. Sowohl GZIP als auch Brotli haben nämlich mehrere Qualitätsstufen (GZIP neun und Brotli elf).

Hier ist es also eine Frage des Finetunings, was du aus deiner Konfiguration rausholen möchtest. Testergebnisse zeigen, dass Brotli auf Stufe 4 mehr Speicherplatz einspart und dabei sogar noch etwas schneller arbeitet als GZIP auf Stufe 6.

Brotli funktioniert nur unter HTTPS

Brotli funktioniert ausschließlich bei HTTPS-Verbindungen. Aber ganz ehrlich: Seit Google offiziell vermeldet hat, dass der Einsatz von HTTPS ein Rankingsignal ist, sollte ohnehin sehr zeitnah auf SSL umgestellt werden. Insbesondere da HTTP2 noch einen zusätzlichen Performanceschub liefert. Das ist nur einer von zahlreichen Gründen, weshalb wir bei RAIDBOXES schon seit 1,5 Jahren kostenloses SSL mit einem Klick standardmäßig anbieten.

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Ja, ich bin mit der Datenverarbeitung einverstanden.

Brotli ist perfekt für statischen Content

Ein weiterer oft diskutierter Knackpunkt ist die Komprimierung dynamischen Contents. Kurz zum Auffrischen:

  • Dynamischer Content wird erst individuell bei deiner Anfrage generiert, z. B. wenn du dir in einem Blog nur die Einträge bestimmter Kategorien anzeigen lassen willst oder in einem Onlineshop über die Filterfunktion Shirts einer bestimmten Marke in einer bestimmten Größe auswählst. Der Content wird natürlich erst dann komprimiert, wenn er generiert wurde.
  • Statischer Content dagegen liegt bereits komprimiert auf dem Server und wird an alle User gleich ausgeliefert.

Der Knackpunkt beim Komprimieren dynamischer Inhalte: Solange der Server damit beschäftigt ist, den Content kleiner zu verpacken, sieht der User erstmal nichts. Erst wenn die Komprimierung fertig ist, werden die Daten ausgeliefert. Und je besser die Komprimierung sein soll, desto länger dauert sie. Auch bei geringen Komprimierungsraten kann dynamische Kompression schon die Performance einschränken. Statische Inhalte dagegen, die bereits komprimiert vorliegen, können bei einer User-Anfrage ruckzuck ausgeliefert werden.

In der Praxis zeigte sich, dass Brotli zwar bei statischen Inhalten mehr bringt, wenn der Algorithmus entsprechend konfiguriert wird. Bei dynamischen Inhalten dagegen ziehen viele Webmaster immer noch GZIP vor.

Nicht alle Browser unterstützen Brotli

Was Server betrifft, unterstützen inzwischen NGINX und Apache (ab Version 2.5) Brotli. Allerdings sind noch nicht alle Browser mit dabei. Gegenwärtig funktioniert das Verfahren nur in folgenden Browsern:

  • Chrome (seit Version 50)
  • Firefox (seit Version 44)
  • Opera (seit Version 36)
  • Edge (seit Version 15 aus dem April 2017)
  • Android Browser (seit Version 56)
  • Safari (ab Version 11)

Nutzer des Internet Explorer müssen im Moment noch verzichten. Die gute Nachricht ist aber, dass die Inhalte an diese User trotzdem ausgeliefert werden: Hier schaltet sich dann automatisch GZIP ein. Du musst also nicht befürchten, dass Besucher in Safari und IE gar nichts mehr zu sehen bekommen.

Da zumindest in Deutschland mit Chrome und Firefox aber schon knapp 60 Prozent des Marktes abgedeckt sind, kannst du ohnehin davon ausgehen, dass bereits ein großer Teil deiner Webseitenbesucher von Brotli profitieren kann.

Fazit

Speicherplatz sparen, Webseiten schneller ausliefern und die Performance steigern: Da sind wir gerne mit dabei. Meiner Meinung nach liegen die Vorteile auf der Hand. RAIDBOXES-Kunden profitieren heute schon: Brotli ist auf den Servern standardmäßig mit eingebaut.

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